Grönland 2015 – Tag 12

#72

Ich durchbreche kurz die Chronologie und zeige zunächst, ohne künstlerischen Anspruch, das Städtchen Upernavik. Mit knapp 1200 Einwohnern nach grönländischem Maßstab eine pulsierende Metropole. Zu dieser Stadt noch eine kleine Geschichten. Wir hatten ein älteres italienisches Ehepaar in unserer Reisegruppe, wobei der Mann ein hoch erfahrener Alpinist und Extrembergsteiger war. Kurz bevor wir in Upernavik an Land gingen erzählte er uns den Grund, weshalb er diese Reise angetreten hatte. Vor fast 30 Jahren ist einer seiner besten Freunde in der Nähe Upernaviks zu Tode gekommen und es war sein Wunsch, dessen Grab in Upernavik zu besuchen. Ein weiterer sehr bewegender und emotionaler Moment, der uns auch noch mal daran erinnerte, dass wir in einer Ecke der Welt unterwegs sind, die nur selten Fehler verzeiht.

#73

Hier eine kleine Hafenansicht. Ohne Eisberg im Hintergrund, könnte fast schon Mittelmeerflair aufkommen. Es war auch an diesem Tag noch erstaunlich warm, wenngleich ein sich immer stärker auffrischender Wind einen Wetterumschwung ankündigte.

#74

Der Friedhof, etwas abseits der Stadt gelegen. Während unserer gesamten Tour fiel uns auf, dass die Friedhöfe der Ortschaften, Städte und Siedlungen in den meisten Fällen an sehr exponierten Stellen lagen, jeweils mit einem wundervollen Ausblick auf die umgebende Natur. Weshalb dies so ist, vermochte uns aber niemand zu erklären. Es bleibt zu bemerken, dass die Friedhöfe sehr farbenfroh geschmückt sind und auf den Gräbern in den meisten Fällen Plastikblumen liegen. Dies soll wohl die mitunter sehr tristen farblichen Verhältnisse auflockern, so dass die Friedhöfe im Prinzip einem Farbfestival gleichen.

#75

Hier nun ein Blick ins Hinterland der Stadt. Wir hatten während des Landganges ausreichend Zeit, sowohl das Stadtmuseum zu besuchen, als auch zum Flugplatz hinaufzulaufen, von dem sich insbesondere ins Hinterland, ein toller Ausblick bot. Hier hätte ich auch noch weitere Stunden verweilen können, ohne dass es mir langweilig geworden wäre.

#76

So sieht übrigens ein Zeltplatz im Norden Grönlands aus. Es muss einfach traumhaft sein, morgens aus dem Zelt zu krabbeln und dann den Ausblick von Bild #74 zum Morgenkaffee genießen zu können. Für mich persönlich kann ich mir kaum etwas abenteuerlicheres vorstellen. Wobei, eine Segelreise an der Küste Grönlands entlang auch schon einiges an Abenteuern bietet.

#77

Nach dem wir Upernavik verließen, hielten wir nun Kurs Richtung Uummannaq-Fjord, wollten dort noch zwei Stationen anlaufen, bevor wir schlussendlich in die kleine Stadt Uummannaq einlaufen. Hierzu hatten wir über Nacht und am Vormittag erneut ein straffes Fahrprogramm vor uns. Der Abend zeigte sich mal wieder von seiner besten Seite, es war kaum Seegang zu verspüren, die Sonne zauberte erneut ein leuchtendes Feuerwerk an den Himmel und wir Passagiere genossen die Ruhe bei einem kühlen Getränk je nach Wahl an der Bar oder auf Deck.

#78

Da wir uns nun ein gutes Stück nach Süden bewegt hatten, gab es nun auch wieder Sonnenuntergänge zu bewundern, wobei es kaum möglich ist, die Farbenpracht mit Worten zu beschreiben. Im oben gezeigten Bild lässt sich eine Idee davon bekommen, welch Himmelsspektakel wir erneut geboten bekamen. Da sich die Temperaturen auch noch im erträglichen Rahmen befanden, ließ es sich an Deck gut aushalten um der natürlichen Farbenpracht beizuwohnen.

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