Grönland 2015 – Tag 5

#27

Noch am Abend zuvor wurden wir über den Plan unserer Crew informiert, den größten Turn in Angriff zu nehmen. Die Windvorhersagen legten nahe, dass sich die Verhältnisse ins Positive verschieben würden und wir nun Kurs in Richtung Thule-Gegend nehmen würden. Also fuhren wir über Nacht durch die Vaigat-Straße, eine sehr enge Wasserstraße zwischen Discoinsel und Festland, die durch die Winde voller treibender Eisberge auch nicht gerade ungefährlich zu befahren war. Am Morgen würden wir dann die offene See erreichen und stur gen Norden fahren, bis die 900 Seemeilen Distanz zum Thulegebiet hinter uns lägen. Zur Abwechslung waren wieder eine Reihe von Vorträgen geplant, die uns Land, Natur und Leute Grönlands näher brachten. Hinzu kam, dass sich das Wetter nun schlagartig von der besten Seite zeigte. Obiges Bild nahm ich am Morgen des fünften Tages noch vor dem Frühstück auf, jene Szenerie verschlug mir während meines morgendlichen Kaffees auf Deck schlicht den Atem. Später stieg die Temperatur derartig an, dass im Windschatten des Fahrtwindes ein T-Shirt als Oberbekleidung ausreichte. Die nun entstehende Zeit vertrieben sich die Passagiere mit der Verarbeitung des bisher Gesehenen, der Kontaktaufnahme zu anderen Reisenden und dem Aufnehmen von Informationen durch unsere beiden Guides durch die schon angesprochenen Vorträge.

#28

Wie schon geschrieben, waren wir den kompletten Tag auf See, so dass es keine großartigen Erlebnisse zu beschreiben bzw. zu fotographieren gäbe, zwischen Sonnenauf- und Sonnenuntergang, die, trotz Überschreiten des Polarkreises aufgrund der fortgeschrittenen Jahreszeit noch statt fanden.

#29

Auch am Abend spielte das Wetter wieder fabelhaft mit, so dass wir uns nicht etwa mit einem rein rötlich scheinendem Himmel zufrieden geben mussten, sondern wir erhielten noch ein paar fotogene Zierwolken. Den Abend verbrachten viele Reisenden an der Bar, immer wieder von kurzen Fotoaufenthalten an Deck unterbrochen, da Aussicht und Farbenspiel geradezu dazu aufforderten. Gleichzeitig lernten wir unseren Barkeeper auch besser kennen und konnten ihn sogar dazu bewegen, uns während der morgendlichen Frühstücksansage zu informieren, ob denn Bacon, Zimtschnecken und Kartoffeltörtchen den Weg zum morgendlichen Buffet gefunden haben, um so leichter entscheiden zu können, ob ein Aufstehen zu so früher Stunde denn lohnenswert erscheint oder nicht.

#30

Sehr spannend an diesen Dämmerungs- bzw. Abendrotbildern fand ich, dass man sich in unseren Breiten als Landschaftsfotograf in den meisten Fällen enorm sputen muss, möchte man solch ein Licht angemessen auf dem Sensor bannen. Da wir uns mittlerweile aber schon recht weit nördlich befinden, war hier alle Zeit der Welt vorhanden, seine Bilder aufzunehmen und gegebenenfalls noch etwas nach zu justieren. Ein wirklich wundervoll entspanntes Fotografieren.

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