Ostküste Grönland – Segeln an der rauhen Küste

Wie ich ja schon angedeutet hatte, war ich auch im Jahr 2016 wieder auf der Rembrandt van Rijn unterwegs, diesmal allerdings nur 10 Nächte an der Ostküste Grönlands. Dabei starteten wir in Kulusuk und steuerten Ittoqqortoormiit als Endpunkt an. Ittoqqortoormiit zählt zu den abgelegensten Ortschaften in ganz Grönland, wobei im Prinzip Kulusuk die Nachbarortschaft darstellt, etwa 600 Seemeilen entfernt.
Zur Reise selbst lässt sich sagen, dass der Osten Grönlands um einiges lebensfeindlicher und unwirtlicher ist, als der Westen oder auch der Süden. Dies kommt allerdings der Natur sehr zugute, da sich Tier- und Pflanzenwelt nur sehr selten mit dem Menschen konfrontiert sehen. Die Landschaft selbst ist um einiges rauher und auch imposanter, da im Osten Grönlands häufig steile Felswände aus dem Wasser ragen, die mitunter die 1000-Meter-Grenze locker überschreiten. Dennoch hat der Osten Grönlands seinen ganz eigenen Charme, der sich absolut sehen lassen kann.

Tag 1

Da der Flug nach Kulusuk über Reykjavik recht früh am Morgen ging, gab es eine Nacht Aufenthalt in der Hauptstadt Islands. Rückblickend gesehen, war das auch gar nicht so schlecht, da ich über Nacht mit der Bahn nach Kopenhagen fuhr, um von Kopenhagen nach Island zu fliegen. Durch das mehrmalige Wechseln des Zuges kam ich quasi nicht wirklich zum Schlafen, sondern erst, als ich am Flughafen Kopenhagen ankam. Dabei musste ich allerdings feststellen, dass die Bänke dort nur leidlich zum campieren geeignet sind. Nach der Ankunft in Reykjavik traf ich dann direkt auch den Michel, meinen Mitreisenden von der Tour letztes Jahr, der mich auch zur diesjährigen Tour überredet hatte. Wir ließen uns von Keflavik in die Hauptstadt kutschieren und tauschten uns natürlich auch über unsere Erfahrungen aus dem letzten Jahr aus. Nach dem Einchecken ins Hotel gabs etwas isländisches Bier und schließlich, für mich, die langersehnte Nachtruhe auf einer richtigen Matratze. Am nächsten Morgen gab es ein reichhaltiges Frühstück und schließlich flogen wir nach Kulusuk.
Das Gefühl, endlich wieder auf grönländischem Boden zu stehen, lässt sich nur schwer beschreiben, es war einfach überwältigend. Ich hatte sogar ein Stück weit das Gefühl, ein bißchen nach hause zu kommen. Klingt vielleicht etwas übertrieben, denn ich war ja bisher nur zweieinhalb Wochen dort, fühlte sich aber doch irgendwie so an. Als wir in die kleine Empfangshalle strömten, wurden wir auch direkt von Jordi, dem Expeditionsleiter aus dem letzten Jahr, begrüßt, was natürlich beidseitige Freude ob des unerwarteten Wiedersehens auslöste. So gesehen, konnte bei dieser Reise auch nichts mehr schief gehen, schon gar nicht, als wir erfuhren, dass auch der Kapitän wieder der gleiche sei, wie im letzten Jahr.
Wir erhielten nun die Anweisung, dass wir vom Flugplatz etwa 2km zu laufen hätten, um in den Ort Kulusuk zu kommen. Allerdings erhielten wir auch die Information, dass es in Kulusuk keinerlei Café oder andere überdachte Aufenthaltsmöglichkeit gäbe, geschweige denn die Möglichkeit eine warme Mahlzeit zu erwerben. Nichtsdestotrotz machten wir uns direkt auf den Weg, mittlerweile auch noch durch Peter, unseren Belgier aus dem letzten Jahr und dessen Kumpel, verstärkt, auf den Weg in den Ort.

#1

Dies war der Anblick, der sich uns bot, als wir uns der Ortschaft näherten. Den Namen des kleinen Segelschiffchens in der Bucht habe ich leider schon wieder vergessen, es handelte sich aber ebenfalls um ein Touristenschiff, welches noch mal kleiner als die Rembrandt war. Mit diesem Schiff werden auch spezielle Fototouren unternommen, wobei der Preis solcher Reisen, den der Rembrandt um einiges übersteigt.
Zu Kulusuk: In dieser Ortschaft leben etwa 260 Menschen, welche im Prinzip, ähnlich wie in Kangerlussuaq, alle in irgendeiner Form mit dem Flugplatz verbunden sind. Die Siedlung selbst liegt auf einer Insel und gilt als Einfallstor für Tassilaq, die größte Stadt Ostgrönlands. Von Kulusuk aus gehen dann Hubschrauber nach Tassilaq, da diese Stadt nur über ein kleines Landefeld verfügt.

#2

Da wir bereits gegen zehn in Kulusuk ankamen, aber erst um 16 Uhr aufs Schiff durften, mussten wir uns die Zeit irgendwie anderweitig vertreiben. So unternahmen wir Wanderungen entlang der Siedlungsgrenzen, wobei wir uns auch nicht allzu weit entfernen durften, denn im Prinzip ist die gesamte Ostküste Eisbärengebiet. Also schlichen wir um die farbenfrohen Häuser und warteten gespannt auf das Einschiffen. Da mittlerweile sich auch noch die Sonne blicken ließ, hatten wir allerdings mit Schwärmen von Mosquitos zu kämpfen, welche einem wirklich in alle erdenklichen Körperöffnungen hinein flogen. Nicht mal der Rauch einer Zigarette vertrieb die Biester dauerhaft. Die beste Idee war es tatsächlich, nach Möglichkeit in Bewegung zu bleiben. Aus meiner jetzigen Perspektive war die Zeit, die wir in Kulusuk zu verbringen hatten, allerdings ziemlich unsinnig und auch der größte Kritikpunkt auf der gesamten Reise.

#3

Und da ist sie nun, “unsere” Rembrandt. Als die Zeit endlich soweit voran gerückt war, dass sich sämtliche Passagiere nach und nach am Pier einfanden um zum Schiff gefahren zu werden, stieg die Vorfreude nochmals ordentlich an. Besonders, als wir von einem der philippinischen Matrosen direkt namentlich begrüßt wurden. Diese Freude steigerte sich noch, als wir feststellten, dass lediglich der Erste Offizier, der Hotelmanager (dies war allerdings ein wirklich herber Verlust) und der Maschinist gewechselt hatten, der Rest der Crew aus dem letzten Jahr aber uns noch bekannt war. Dementsprechend fiel die Begrüßung sehr herzlich aus. Im Anschluss mussten wir das übliche Procedere über uns ergehen lassen, sprich Sicherheitstraining, Schwimmwesten anlegen und ähnliches. Auch gab es nun die Gelegenheit, seinen Kabinennachbarn kennenzulernen. Wobei mir dann allerdings auffiel, dass ich aus Kostengründen die einzige 3er-Kabine gebucht hatte, letztlich aber eine 2er-Kabine mit Bullauge bekam. Auf der Rembrandt im Prinzip die höchste Kabinenkategorie. Dazu kam auch noch, dass die Kabine weitestgehend mitschiffs lag, was sich später noch als wahrer Glücksfall erweisen sollte.

Tag 2

#4

Nach dem wir nun die üblichen Prozeduren über uns ergehen ließen und zum ersten Mal den Barmann ob seiner Tauglichkeit überprüften (das Ergebnis fiel nicht sooo sonderlich berauschend aus, die Messlatte hing eben auch sehr hoch), verbrachten wir den Vormittag des zweiten Tages auf See. Wir erhielten nochmals eine Unterweisung hinsichtlich des Verhaltens in den arktischen Regionen und lernten nun auch, wie man Zodiacs benutzt. Einen Crashkurs hatten wir ja bereits am Vortag vermittelt bekommen. Zwischendurch blieb immer mal wieder Zeit, sich an Deck zu begeben, den kühlen Wind zu genießen und tatsächlich auch beim Segel setzen zu helfen. Anders als im letzten Jahr, gab es diesmal häufiger die Möglichkeit, die Crew beim hissen der Segel zu unterstützen. Auf obiger Aufnahme erkennt man die typische Aussicht auf die Küste Ostgrönlands. Schnee, Gletscher, karger, rauher Fels und hohe, massive Felswände, die aus der See quasi senkrecht empor gewachsen scheinen. Das Wetter lässt sich mit dieser Aufnahme im Prinzip auch allumfänglich umschreiben, grau, windig und recht kühl, irgendwo zwischen 4-7°C.

#5

Vielleicht keine sonderlich spektakuläre Aufnahme, aber so typisch für den Osten Grönlands. Eis, Berge, Meer und schlechtes Wetter. Gleichzeitig befinden wir uns nun schon ein Stück im Kangertigtivatsiaqfjord, ein relativ großes Fjordsystem, welches außerdem auch den Vorteil hatte, dass wir recht wettergeschützt waren. Denn in den Tagen vor Beginn unserer Reise tauchte ein Tiefdruckgebiet im Süden Grönlands auf, welches Richtung Island zog und Windgeschwindigkeiten mit sich brachte, die die Rembrandt ähnlich überforderten, wie letztes Jahr. Man fühlte sich auch einen Moment in die Zeit zurück versetzt, als es hieß, wir können nicht nach Norden fahren, der Wind ist zu stark. Den Passagieren war die Wettervorhersage zu diesem Zeitpunkt aber noch relativ egal, denn im Fjord selbst gab es Eisberge noch und nöcher und für den Nachmittag wurde auch der erste Landgang angesetzt, so lange uns kein Eisbär einen Strich durch die Rechnung macht.

#6

Hier nun ein tiefblauer Eisberg, im Westen Grönlands nicht so häufig zu sehen, im Osten dagegen tauchen diese Kameraden immer mal wieder auf. Die blaue Färbung kommt durch den extremen Komprimierungsgrad des gefrorenen Wassers, so dass beinahe sämtliche Luft aus dem Eis entweicht. Diese intensive blaue Färbung ist ein Hinweis, auf das hohe Alter des Eises, welches da vor uns trieb. Mithin wohl einige tausend Jahre. Die schwarze Färbung an der Rückseite wiederum kann darauf hindeuten, dass das Eis quasi aus der untersten Schicht eines Gletschers entstammt.

#7

Direkt an der Einfahrt in den Fjord wurden wir vom ersten Buckelwal begrüßt. Wie sich später herausstellen würde, schien er sowas wie der Wächter zum Fjord zu sein. Jedenfalls begegneten wir ihm im Laufe der Reise noch häufiger. Spannenderweise ließ er sich von unserem Schiffchen auch nicht sonderlich beeindrucken, sondern trieb eine ganze Weile relativ dicht an der Wasseroberfläche vor sich hin und ließ uns Touris viel Zeit, Bilder zu machen.

#8

Er schien uns sogar ein Stückchen zubegleiten, bis das Wasser dann doch etwas zu flach wurde, um ausreichend Nahrung zu finden. In der Mitte des Fjords ist das Wasser wohl noch sehr tief, an den Rändern hingegen durch die Moränen der Gletscher, steigt der Meeresboden jedoch sprunghaft an. Wie genau dies dann aussieht, gibt es später im Bericht zu sehen.

#9

Eine Aufnahme, welche das am jenen Tag herrschende Wetter noch mal ganz gut zeigt. Graues Wasser, schroffe, graue Felsen, interessante Eismonumente und zwischen den Berggipfeln hängt Neben bzw. eine Wolke fest. Sicher nicht das absolute Traumurlaubswetter, aber zur Landschaft passte es schon ziemlich gut.

#10

Eines der zahlreichen Eismonumente, die wir an unserem Ankerplatz vorfanden. Fast als hätte ein Künstler diese dort drapiert, so dass es uns nicht langweilig werden würde. Während auf dem offenen Meer das Tiefdruckgebiet mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 80kn durch die Dänemarkstraße peitschte, waren wir weitestgehend windstill aufgehoben.

#11

Nach einigen Vorbereitungen kamen wir dann am Nachmittag in den Genuss unseres ersten Landganges. Eisbären wurden nicht gesichtet, so dass wir die Gelegenheit nutzten, die Reisenden in zwei Gruppen aufzuteilen. Während die eine Gruppe sich vornehmlich am Strand bewegen würde, gab es eine zweite Gruppe, die sich höher hinaus wagte und sich körperlich etwas mehr anstrengen musste. Ich wählte die zweite Gruppe, die sich aufmachte, einen der hängenden Gletscher aus kürzerer Distanz zu begutachten.Auffällig war, dass sobald irgendwo etwas Süßwasser auftauchte, sich Pflanzen finden ließen, wie bspw. hier an diesem Gletscherflusslauf, dem wir noch etwas folgten.

#12

Und so sehen diese hängenden Gletscher dann letztendlich aus. Zustande kommt dies, wenn die Gletscher soweit geschmolzen sind, dass sie nicht mehr die gesamte Bodenfläche bedecken, sondern nur noch die Felshänge. In geologischen Zeiträumen führt dies dann auch häufig dazu, dass sich der Boden anhebt, da mit dem Eis auch eine Menge Masse verloren geht, die vorher auf dem Gestein lastete. Typisch für Ostgrönland sind die überall zu findenden Morängebiete. Da im Prinzip die zerklüftete Küste Ostgrönlands ausnahmslos von Gletschern in den Stein geschliffen wurde, findet man eigentlich fast überall Boden, der aus losem Geröll besteht. Nur selten haben sich erste Pflanzen ansiedeln können und den Boden so befestigen können.

#13

Dies war der Ausblick auf dem Rückweg zu unserer Landungsstelle. Auch wenn grade zu Beginn der Reise das Wetter nicht sonderlich mitspielte und dieses triste Grau im Prinzip die vorherrschende Farbe war, so passt dies im Nachhinein für mich eigentlich recht gut zu dieser kargen und trostlosen Landschaft. Die auf der Aufnahme an der Bergflanke zu erkennenden rotbraunen Flächen sind übrigens die gleichen Pflanzen wie in Bild #11. Im Sommer sieht dieser Fjord bestimmt um einiges farbenprächtiger aus, besonders in Kombination mit dem herrlichen Grün des Wassers… Zu den im Bild befindlichen Gipfeln kann ich noch berichten, dass beide eine Höhe von knapp unter 1000m aufweisen. Mit unserem Schiff direkt vor so einer Felswand zu stehen, die im Prinzip fast senkrecht aus dem Meer wächst, gehört zu den immer wiederkehrenden eindrücklichen Momenten, die sich auch mit zunehmender Häufigkeit nicht abnutzten.

#14

Die nachfolgende Aufnahme verdeutlicht vielleicht noch mal ein wenig die Größenverhältnisse des Eises. Der kleine Punkt auf dem Wasser ist eines der beiden Zodiacs, dass die Rembrandt mit führt. Nach Aussage des Kapitäns und dessen Daten des Echolots, hängen die Eisberge im Bild wohl auf der Moräne eines zurückgewichenen Gletschers fest, auf der die Rembrandt auch ankert. Ohne die Moräne wären das Stoppen und Anker werfen nicht möglich, da die Felswände ebenso senkrecht im Meer nach unten fallen, wie sie über Wasser gen Himmel ragen. Die Tiefe in solchen Fjorden beträgt nicht selten mehrere hundert Meter, auch wenn gefühlt das Ufer gar nicht so weit weg scheint.

#15

Dies ist nun dann auch die letzte Aufnahme des zweiten Tages. Wir erhielten in der abendlichen Runde die Information, dass sich das Wetter auf See weiter verschlechterte, wir aber am kommenden Tag den Versuch unternehmen werden, aus unserem geschützten Fjord heraus zu kommen und im Schutz der nahen Küste weiter gen Norden zu segeln. Da im Moment der Aufnahme wohl auf offener See die Hölle losbrach, mit Windgeschwindigkeiten zwischen 80-100kn, verbrachten wir die Nacht an unserem windgeschützten Ankerplatz. Den Aussichten nach, sollte das Tiefdruckgebiet, welches den Sturm auslöste, sich im Laufe der Nacht abschwächen und an uns vorbei ziehen… Wir werden sehen…

Tag 3

#16

Am 3. Tag stand auf dem Programm, den Kangertigtivatsiaqfjord zu verlassen und weiter Richtung Scoresbysund zu fahren. Die Wetterprognosen ließen allerdings nichts Gutes erwarten. Unmittelbar vor uns in der Dänemarkstraße hing ein Tiefdruckgebiet, dass heftige Sturmböen mit sich brachte. Da der Zeitplan aber doch recht eng gestrickt war, wollte unser Kapitän zumindest den Versuch unternommen haben, weiter nach Norden zu kommen. Die obige Aufnahme zeigt das Fjordsystem, welches uns so hervorragenden Windschutz lieferte. Die dunklen Wolken ließen die aufmerksamen Beobachter bereits erahnen, was uns auf offener See erwarten würde. Während der Ausfahrt trafen wir auch wieder auf einen Buckelwal, der uns nun seinerseits wohl zum Abschied zu winken wollte. Er tauchte mehrfach mit seiner Fluke auf und klatschte mit reichlich Getöse auf die Wasseroberfläche. Ein wirklich beeindruckendes Schauspiel. Aufnahmen habe ich davon nur eine, die ist aber völlig verwackelt und der Wal kaum zu erkennen, da 90mm Brennweite dafür dann einfach nicht ausreichten.

#17

Diese Aufnahme ist jetzt vielleicht nicht sonderlich spektakulär, zeigt aber vielleicht ein wenig den Seegang, der uns auf offener See heimsuchte. Als wir den schützenden Bereich der Küste verließen, schienen die mächtigen Wellen ihr eigenes Spiel mit unserem kleinen Schiffchen treiben zu wollen. Während sich ein Passagier nach dem anderen unter Deck verkroch, saß ich mit einem Spanier und unserem ukrainischen Maschinisten auf dem Vordeck und genoss das herrliche Auf und Ab und die spritzende Gischt. Einfach traumhaft. Als dann allerdings ein Brecher mühelos die knapp dreißig Meter zur Brücke überwand und uns ordentlich duschte, wurden sämtliche Passagiere unter Deck beordert und die Luken geschlossen. Die Mannschaft durfte nur noch mit Rettungswesten und angeleint aufs Deck. Ich fands echt schade, konnte aber das Sicherheitsbedürfnis verstehen. Unter Deck hatten sich dann auch die Reihen der Passagiere stark gelichtet. Ich stand einfach nur am Fenster und starrte die Wasserberge an, die auf uns zu rollten. Dabei entstand dann eben auch obige Aufnahme. Es war schon ziemlich spektakulär, als man durch das Fenster wahlweise nur Himmel oder nur Wasser sah. Letztendlich mussten wir aber wieder beidrehen und uns in den Fjord zurückkämpfen, da der Wind eine Fortbewegung unmöglich machte. An ein Vorwärtskommen war nicht mehr zu denken, im Gegenteil, wir trieben eher zurück…

#18

Als wir uns dann schließlich nach zwei Stunden wieder zurückgekämpft hatten, empfing uns “unser” Fjord dann fast schon wieder mit Sonnenschein. Es musste nun also das Programm wieder umgeworfen werden, wobei glücklicherweise der Kangertigtivatsiaqfjord einiges an spannenden Orten zu bieten hatte. Mir wird dieser Ritt definitiv in Erinnerung bleiben, das Gefühl, bei 3-4 Meter hohen Wellen auf dem Vorschiff gesessen zu haben, die spritzernde Gischt im Gesicht und das Tosen des Sturmes im Ohr, lässt sich weder mit Worten noch mit Bildern ausreichend beschreiben.

#19

Nach dem wir dann endlich wieder glücklich in “unseren” Fjord eingefahren waren, beruhigte sich sowohl die See als auch der Wind. Und natürlich wurden wir auch direkt wieder von “unserem” Wal begrüßt. Fast hatte man den Eindruck, dass er uns gar nicht mehr beachtete. Gelegentlich kamen wir dem Tier auf gute 75m nahe, ohne dass es gestört hätte. Ich kanns nur immer wieder wiederholen, diese Riesen in natura zu erleben, ist einfach unbeschreiblich schön und beeindruckend.

#20

Dies war der Hauptarm des Fjords, an dessen Ende sich etwa 15 Meilen entfernt ein riesiger Gletscher befindet, der all das Eis ins Wasser drückt, was auf den Bildern bisher zu sehen war. Auch sieht man auf dem Bild wieder sehr schön, das unbeständige Wetter. Während bei unserer Einfahrt in den Fjord kurz die Sonne heraus kam, verschwand sie auch wieder recht schnell unter einer dicken Wolkendecke, um dann völlig unerwartet eine halbe Stunde später wieder durchzubrechen. Vomn Wind bekamen wir nach der Einfahrt auch nichts mehr mit, da die massiven Berge einen ausgezeichneten Windschutz boten. So erhielten die Reisenden Gelegenheit, sich wieder aufzurappeln, so es denn notwendig war. Da weder Kapitän noch Expeditionsleiter den gleichen Ankerplatz aufsuchen wollten wie in der Nacht zuvor, fuhren wir in einen anderen Seitenarm hinein, der ebenfalls gut geschützt lag und in dem wir nicht weniger als drei Gletscherfronten entdeckten.

#21

Dies ist einer der drei Gletscher, von denen ich sprach. Dieser hatte allerdings keinen Kontakt mehr zum Wasser, so dass sich die Moräne direkt vor dem Eis auftürmte. Dies kam uns wiederum zugute, so dass wir einen Ausflug auf die Moräne unternahmen und im Prinzip dem Gletscher direkt gegenüber standen, bzw. einige auch auf dem Eis herum kletterten. Nach dem der Anker geworfen wurde und die allgemeine Geschäftigkeit an Bord etwas zurück ging, hörte man auch wieder das typische Knacken des sich bewegenden Eises und das leise Zischen des schmelzenden Eises im Salzwasser. Eine wunderbare Geräuschkulisse…

#22

Nach dem wir uns, wie schon beschrieben, schließlich wieder in unseren Fjord “gerettet” hatten, durften wir Passagiere als Ausgleich an einem kleinen Landgang teilnehmen. Dieser führte uns direkt an den Fuße des Gletschers, welcher in Bild #21 bereits zu sehen war. Dabei mussten wir über viel loses Geröll der Moräne des Geltschers klettern, was gar nicht so ungefährlich war. Letztendlich standen wir dann quasi Aug in Aug dem Gletscher gegenüber. Die verschiedensten Farbtöne, die aus dem Eis heraus schimmerten sind mit Worten eigentlich nicht zu beschreiben. Obige Aufnahme entstand durch etwas Kletterei meinerseits auf den ersten Eisausläufern. Man beachte, dass die Front im Hintergrund, nicht mehr ins Wasser ragte, so dass sich einige Bäche Schmelzwasser ihren Weg nach unten bahnten, was wiederum dazu führt, dass diese massiven Eiswände durchaus instabiler sind, als die Eiswände, die es später noch zu bestaunen gibt.

#23

So in etwa sah der Blick auf den Gletscherhang aus. Wenn man bedenkt, dass dieses Eis durchaus 5000 Jahre auf dem Buckel hat, also entstand, als die alten Ägypter grade daran gingen riesige Steinquader zu Pyramiden aufzutürmen, läuft einem schon ein wenig ein Schauer vor Ergriffenheit den Rücken hinunter.
Auf den großen Steinplatten, über die der Gletscher seinerzeit hinweg schabte, sah man dann auch sehr sehr gut, die Schleifspuren und -kanten. Fast konnte man diese Spuren für Malereien aus grauer Vorzeit halten…

#24

Dies war die Aussicht auf den hinteren Teil des kleinen Seitenarms des Kangertigtivatsiaqfjords. Zu beiden Seiten trafen noch zwei weitere Gletscher auf das Wasser und bildeten imposante Gebilde aus Eis. Wie man auf der Aufnahme gut erkennen kann, das Wetter, welches noch vor vier, fünf Stunden dafür sorgte, dass die Hälfte der Passagiere röchelnd auf der Koje lag, hatte sich spontan dazu entschieden uns auch mal etwas Sonne zu gönnen, so dass wir in den Genuss kamen, ein paar der Eisformationen im glitzernden Sonnenlicht zu erblicken. Das Schauspiel währte allerdings nicht allzu lang, da der Seitenarm von sehr hohen Bergen eingeschlossen war. Somit verschwand die Sonne doch recht früh hinter den Höhenzügen. Kurzzeitig keimte bei den Passagieren auch noch die Hoffnung auf, mit etwas Glück in der Nacht ein paar Polarlichter zu erblicken, was sich allerdings durch die sich zum Abend hin schließende Wolkendecke recht schnell zerschlug. Im Anschluss an unsere beeindruckende Wanderung wurde das Abendbrot serviert und weitere Gespräche an die Schiffsbar verlegt. Wirklich spektakuläre Sachen gab es nicht mehr zu berichten, außer dass wir den kommenden Tag komplett im Fjord verbringen würden, da sich der Sturm auf offener See noch nicht abgeschwächt hatte. Mit etwas Glück würden wir aber im Anschluss eine Lücke zwischen dem an uns vorbei ziehenden Tiefdruckgebiet und einem weiteren im Anmarsch befindlichen Tiefdruckgebiet nutzen können, um endlich weiter nordwärts zu kommen.

Tag 4

#25

Aufgrund des schon beschriebenen, tobenden Sturmes auf offener See, waren wir nun gezwungen, den Tag innerhalb des Kangertigtivatsiaqfjords zu bleiben. Nach einem ordentlichen Frühstück, präparierte die Crew das Schiff, um ein wenig weiter in den Hauptarm des Fjords vorzustoßen. Dieses Vorhaben musste allerdings recht schnell abgebrochen werden, da die Tiefe des Fjords rapide abnahm und überall große Geröllhalden unter Wasser verborgen lagen, die der Rembrandt durchaus hätten gefährlich werden können. Also wurden die Zodiacs klar gemacht und unsre beiden Guides begaben sich auf Kundschaftsfahrt. Als diese schließlich nach fast zwei Stunden zurückkehrten, hatten sie eine Landungsstelle gefunden, welche allerdings gute 10 Meilen entfernt lag. Also wurden sämtliche willigen Passagiere in die beiden Zodiacs verladen, Reservekanister gereicht und los ging die wilde Fahrt.
Ich hatte ja schon angekündigt, dass ich auf die blauen Eisberge noch mal zurück komme. Da der Brocken recht stabil zu sein schien, trauten sich unsere Guides recht dicht an das Eis heran. Diese Färbung wirkt in der Natur allerdings noch mal um einiges intensiver als auf dem Foto, wobei dies aber auch sicher in dem Wissen begründet liegt, dass man quasi Nase an Nase mit etwa 5000 Jahren Geschichte steht.

#26

An unserer Landungsstelle angekommen und aus dem Boot geklettert, wurde unsere Gruppe wie immer aufgeteilt. Während die gemütlicheren Passagiere weitestgehend an der Küstenlinie blieben, turnten die wagemutigeren durch die Berge bis hin zu einem Wasserfall, der direkt neben uns in den Fjord rauschte. Auf dem Weg nach oben trafen wir dann auf diesen Steinhaufen, der allerdings keine Wegmarkierung darstellt, sondern es handelt sich um ein Grab aus der Thulehochzeit, also etwa vor 500 Jahren. Auch wenn es vielleicht ein wenig pietätlos war, beim durchluschern, durch die Spalten zwischen den Steinen, waren in der Tat Knochen zu entdecken. Eine Grabstätte an so einer exponierten Stelle mit so einem wundervollen Blick auf den Fjord, es gibt sicher schlimmere Fleckchen, auf denen man begraben liegen könnte.

#27

Und hier nun schließlich das Ziel unserer Wanderung, der Wasserfall. Der Wasserfall an sich war nun gar nicht so sonderlich spektakulär, viel mehr die Begleitumstände, auf die wir trafen, um zum Wasserfall zu gelangen.

#28

Dies war nun der Blick vom Wasserfall fjordwärts. Der rauschende Schmelzwasserfluss hatte auch noch den Vorteil, dass er so gut wie alle Geräusche verschluckte, so dass kaum etwas anderes zu hören war, als das Rauschen des Baches. Gepaart mit diesem gigantischen Ausblick fühlte zumindest ich mich auf einmal doch recht klein, inmitten dieser überwältigenden Natur.

#29

Zur Wanderung selbst kann man noch berichten, dass wir auf unserem Weg auch über menschliche Hinterlassenschaften stießen, unter anderem auch einer Duracell-Batterie. Diese wurde von Denis, unserem Guide eingesammelt, der sich auch einen verbalen Seitenhieb auf seine Geologenkollegen nicht verkneifen konnte. Erschreckend an dieser Batteriegeschichte: Die Exkursion, in deren Nachfolge die Gerätschaften zurückgelassen wurden, startete wohl Anfang der 90er Jahre. Über 25 Jahre später sah zumindest diese Batterie noch so aus, als sei sie gerade erst dorthin geworfen worden. Erschreckend, wenn man bedenkt, wie lange sich dieser Müll besonders in diesen empfindlichen Regionen erhält. Der Eindrücklichkeit der Wanderung tat dies aber keinen Abbruch, zumal auch unsere Guides und auch die Crew an dieser Stelle noch nie zuvor längs kamen. So fiel der Rembrandtcrew gleichzeitig auch noch die Aufgabe zu, mit der hochtechnisierten Ausrüstung an Bord, den Verlauf und die Tiefe des Fjords zu vermessen und aufzuzeichnen. Also ein wenig Entdecker gespielt haben wir dieses Jahr auch wieder.
Im Anschluss an unsere Wanderung wurden wir dann schon ungeduldig erwartet, da wir um einiges zu spät aufs Schiff zurückkehrten. Grund hierfür war allerdings nicht der Expeditionsleiter, sondern der Kapitän persönlich, da er durch aufkommenden Wind die Rembrandt ein Stück versetzen musste, ehe wir aus den Zodiacs wieder an Bord gehen konnten. Das Versetzen der Rembrandt sorgte zumindest bei mir für ein merkwürdiges Gefühl, als unser stolzes Schiffchen an unseren Schlauchbooten vorbei dampfte…

#30

Diesen Gletscher hatte ich zwar bereits gezeigt, hier nun aber noch mal mit dem Bug der Rembrandt. Nachdem alle Passagiere an Bord zurückkehrten und auch der Kapitän sich wieder beruhigt hatte, steuerten wir erneut den Ankerplatz vom Vortag an. Für den Nachmittag stand eine Zodiactour auf dem Programm, da das Wetter auf offener See, sich erst in der Nacht verändern würde.

#31

Am Nachmittag stand nun also wiederum eine kleine Zodiactour auf dem Programm. Schließlich galt es noch etwas Zeit zu füllen, bevor wir am nächsten Tag hoffentlich weiter nordwärts segeln konnten. Also wurde unsere Passagierschar in zwei Gruppen und diese beiden Gruppen dann jeweils auf zwei Zodiacs aufgeteilt. Ziel der Tour waren die beiden Gletscherfronten in unserem kleinen windgeschützten Seitenarm des Kangertigtivatsiaqfjords, welche direkten Zugang zum Wasser hatten und somit immer wieder Eisberge ins Meer kalben ließen.
Auf dem obigen Bild erkennt man übrigens sehr schön, dass auch unsere beiden Guides gerne mal ein wenig spielen wollen, so kam es zu einem kleinen Wettrennen zwischen Jordi, unserem Expeditionsleiter, und Denis, unserem Geologieguide. Letzterer fühlt sich auf dem Wasser in einem Zodiac nicht sonderlich wohl, hatte den schwächeren Motor und noch eine Person mehr an Bord. Dementsprechend mussten wir Jordi ziehen lassen.

#32

Dieses Bild schafft es vielleicht ein wenig die Größen in Relation zu bringen. Unsere Boote waren von der Gletscherfront noch etwa 300 Meter entfernt. Dies stellt im Prinzip den absoluten Mindestabstand dar, den Schlauchboote zu solchen Gletscherfronten halten sollten. Schließlich kann man nicht erahnen oder gar wissen, wann wieder ein Eisberg abbricht und das Wasser in hektische und lebensgefährliche Bewegung versetzt. Sehr spektakulär übrigens auch diese riesige Eishöhle. Besonders dort krachte und knackte es sehr laut und vernehmlich, so dass zur Zodiactour auch noch etwas Nervenkitzel hinzu kam. Im Übrigen nicht nur bei uns Passagieren, auch Denis wurde es etwas mulmig zu Mute, als er sah, wie dicht Jordi an die Front heran steuerte.

#33

Als wir am äußersten Rand des Seitenarms und uns langsam an den Gletscher heran tasteten, schreckten wir einen recht ansehnlich großen Schwarm an Möwen auf, die direkt an der Gletscherfront vorbei flatterten. Dies war natürlich ein geradezu willkommenes Fotomotiv und sekundenlang waren nur die ratternden Auslöser der verschiedensten Kameratypen zu hören. Es war aber auch wundervolles Motiv, das im nächsten Teil meines Berichts noch eine Fortsetzung verdient.

#34

Wie schon angekündigt, gibt es zunächst noch ein weiteres Bild der Möwen vor der Gletscherhöhle. Rückblickend war der Moment schon ziemlich ergreifend. Insbesondere, da uns in dieser Region Lebewesen nur sehr selten begegneten.

#35

Relativ direkt im Anschluss an diese wundervolle und friedliche Szenerie, begaben wir uns auf den Rückweg zum Schiff, denn auch die andere Gruppe wollte ja zu ihrem Recht kommen und ebenfalls eine kleine Zodiactour machen. Auf dem Rückweg hielten wir dann aber noch mal auf diese interessanten Monumente im Meer zu. Spannend war halt zu wissen, dass draußen, in der Meerenge zwischen Island und Grönland die Hölle los war, während wir in unserem kleinen Seitenarm des Fjords fast spiegelglatte See hatten, die zu solch einer wundervollen Reflexion führte.

#36

Der gleiche Eisberg, nur diesmal mit dem anderen Zodiac als Größenvergleich. Die beiden Aufnahmen dokumentierten übrigens auch den Ausgang des Rennens, waren wir auf Bild 35 noch in Führung, musste sich Denis, wie auf Bild 36 zusehen, leider Jordi geschlagen geben. Man munkelte, dass Jordi, unser Expeditionsleiter, unerlaubte Zusätze in seinen Tank gegeben hätte…
Während die zweite Gruppe nun zur Tour aufbrach, hatten wir etwas Zeit unsere Eindrücke mal ein wenig zu sortieren und auszutauschen. Nach der Rückkehr unserer zweiten Gruppe gab es ein weiteres oppulentes Mahl unseres wunderbaren indischen Kochs und das obligatorische Briefing am Abend. Hierbei wurde uns kund getan, dass sich das sturmbringende Tiefdruckgebiet langsam nach Island bewegte und uns ein schmales Zeitfenster offen lässt, endlich etwas weiter nordwärts, in Richtung Scoresbysund zu kommen. Allerdings würde die See wohl noch reichlich aufgewühlt sein, so dass man bei unserem Chefsteward für 3€ eines dieser wundersamen Pflaster gegen Seekrankheit kaufen konnte. Dies war vermutlich für 50-60% aller Passagiere eine wunderbare Idee. Und während wir uns noch unterhielten, wurde auf dem Deck geschäftiges Treiben laut. Während unseres Briefings spannte die Crew Sicherheitsleinen, an der sich die Seeleute mit Karabinern einhaken können und spannte große Netze an beiden Seiten des Schiffes, damit hier keiner über Bord gehen konnte. Ebenfalls wurden die Zodiacs aufs Brückendach gehievt, so dass nun auch dem letzten klar werden sollte, was uns am morgigen Tag erwarten würde. Somit schlug die Stimmung am Abend ein wenig ins ausgelassene um und wir unterhielten uns noch recht lange an der Bar, wer weiß schon, wann wir dies das nächste Mal könnten.

Tag 5

#37

Nachdem der Weckruf gegen halb acht durchs Schiff schallte, erhielten wir noch mal den dringenden Rat ausreichend zu frühstücken, so dass der Magen noch etwas beschäftigt ist, aber auch nicht mehr zu dicht gefüllt ist, wenn wir auf die stürmische See treffen würden. Gesagt, getan. Im Anschluss wurden die Pflaster ausgegeben und jeder, der nicht schon vorsorglich selbst welche dabei hatte, klebte sich eines dieser Wunderdinger hinters Ohr. Obige Aufnahme zeigt unsere Ausfahrt aus “unserem” Fjord, bei der wir natürlich wieder von “unserem” Wal gebührlich verabschiedet wurden. Von dieser Abschiedsszenerie habe ich allerdings keine Bilder, da ich den Moment einfach mal für mich genießen wollte. Während unserer Ausfahrt wurden auch wieder einmal die Segel gehisst, wobei sich hier schon andeutete, was uns auf der offenen See erwarten würde. Ich nutzte die Gelegenheit noch etwas, um mich an der frischen Luft zu erfreuen und war ebenso wie alle übrigen Gäste bis in die Haarspitzen gespannt, was uns nun erwarten würde…

#38

Und so sah es dann außerhalb des Fjords aus. Mitunter tauchte der Klüverbaum in die heranrollenden Wogen und das Vorschiff wurde ordentlich überspült. Nach Aussage des Kapitäns betrug die Höhe der Wellen bis zu vier mitunter aber auch mal fünf Meter. Dazu sollte man vielleicht noch sagen, dass die Wellenhöhe nicht von Wellenkamm bis Wellental gemessen wird, sondern von Normalnull bis Wellenkamm. Das war schon richtig Rock’n’Roll.
Je weiter wir uns dann aber von der Küste entfernten, desto gleichmäßiger wurde aber der Seegang, man könnte es nach den anfänglichen drei bis vier Stunden fast schon gemütlich nennen. Grund hierfür ist die Entfernung zur Küste, die die Wellen nicht mehr bricht und damit in ihrer Bewegung einschränkt und verwirbelt. So wurde der Seegang ein interessanter Rhythmus für den restlichen Tag, den wir aber leider aus Sicherheitsgründen unter Deck verbringen mussten. Ich hatte ja schon eingangs erwähnt, dass der ein oder andere Brecher das Vorschiff reichlich überspülte, so dass die Sicherheit für die Passagiere vorging und wir stattdessen mit interessanten Vorträgen unterhalten wurden. Im Vergleich zum Jahr zuvor, wirkten die Pflaster aber wirklich wahre Wunder. Der Großteil der Reisegruppe war tatsächlich noch auf den Beinen, wenngleich das Essen kaum Abnehmer fand. Gegen den späteren Abend erhielten wir dann schließlich auch die Möglichkeit, zu zweit als Raucher hinter der Brücke mit Rettungsweste dem Laster zu frönen, obwohl Zigarette und Schwimmweste eigentlich ein absolutes No-Go sind. Hier wurde uns zuliebe aber eine Ausnahme gemacht, zumal wir auch nur genau zwei Raucher an Bord hatten. Das Deck wurde erst in der Nacht wieder freigegeben, als die meisten Passagiere schon den Matratzenhorchdienst übernommen hatten. Dementsprechend gibt es von diesem Tag auf See auch keine weiteren Bilder. Letztlich kann ich die Sicherheitsbedenken zwar verstehen, aber fast einen gesamten Tag unter Deck verbringen zu müssen, war schon eine ziemliche Tortur. Ich war schon ziemlich neidisch auf die Crew, die mit ihren Sicherheitswesten und Karabinern draußen auf dem Schiff rumturnen und das herrliche Wetter genießen konnte. Am wehmütigen Blick eines spanischen Seglers aus unserer Gruppe, konnte ich eine ähnliche Meinung erkennen. Aber nun gut, Sicherheit genießt eben höchste Priorität.

Tag 6

#39

Nach dem bereits in der Nacht zu merken war, dass sich die See beruhigte, taumelte ich morgens dann mit Kaffee aufs Deck, es war ja schließlich wieder freigegeben und wurde dabei direkt von der Sonne begrüßt. Ein herrliches Gefühl! Letztendlich kam ich gerade noch rechtzeitig zum Frühstück, da ich mich mit meinem Kaffee in der Hand mit einem Schweizer regelrecht festgequatscht hatte. Während ich Kaffee schlürfend und Musik hörend auf meinem Lieblingsplatz verweilte, die Rembrandt hat auf dem Vorschiff ein paar festinstallierte Kisten, auf denen man hervorragend Sitzen und den Blick in die Ferne schweifen lassen kann, setzte sich der ältere Herr zu mir und wir begannen über die passende Musik für so einen wunderbaren Morgen zu debattieren. Dabei geriet uns ein wenig die Zeit aus dem Blick und wir kamen gerade noch rechtzeitig, um die letzten Streifen gebratenen Specks zu ergattern.

#40

Direkt nach dem Frühstück zog es mich dann auch wieder aufs Deck, die Kamera im Anschlag. Dabei kam ich in das Vergnügen, die angeregte Diskussion mit dem sympathischen Schweizer direkt weiterzuführen. Erst am Ende der Reise stellte ich fest, dass dieser nette Herr ein recht bekannter Schweizer Comedian, Koch und Künstler ist. Wirklich ein sympathischer Zeitgenosse, der mit seiner Frau auf dieser Tour war, um im Anschluss darüber eine Reportage zu verfassen, die mittlerweile auch veröffentlicht wurde. Auf jeden Fall eine spannende Bekanntschaft.
Zurück zum Bild. Nach Tagen des grauen Wolkenschleiers am Himmel und des leichten immer wiederkehrenden Nieselregens, waren die Sonnenstrahlen eine echte Wohltat und die uns umgebende Landschaft wurde gleich ein wenig freundlicher und weniger trostlos.

#41

Kurz nach dem obige Aufnahme entstand, war auf einmal aus dem Nichts das Knattern eines Hubschraubers zu vernehmen. Anfangs wurden dies noch etwas abgetan, da sich in dieser Region nichts befinden würde, was einen Hubschrauber starten bzw. landen ließe. Keine 20 Sekunden später tauchte tatsächlich ein dunkelgrauer Helikopter am Horizont auf. Dieser umkreiste zweimal die Rembrandt, was mit Sicherheit aus der Höhe, bei Sonnenschein und unter vollen Segeln ein herrlicher Anblick gewesen sein muss, und verschwand wieder im Nichts. Etwa eine Stunde später tauchte am Horizont erneut ein grauer Punkt auf. Dieser befand sich allerdings auf dem Wasser und entpuppte sich alsbald als dänische Fregatte mit Hubschrauberdeck.
Das Militärschiff fuhr eine Weile neben uns her und man sah einige Soldaten, wie sie eifrig ihre Kameras zückten und nun uns als Fotoobjekt registrierten. Nach einer guten Viertelstunde drehte die Fregatte schließlich ab und fuhr ihrer eigenen Wege. Ein wenig skurril war die Situation für uns Passagiere aber schon, so mitten im Nichts…
Im weiteren Verlauf des Tages liefen wir kurz nach dem Mittagessen in den Miki-Fjord ein, wo dann schließlich auch wieder ein Landgang auf dem Programm stand.

#42

Nach dem Mittagessen liefen wir dann schließlich im Mikis-Fjord ein, wobei die Einfahrt ganz schön knifflig wurde, da eine Menge Eis dort herum trieb. Da wir aber wussten, was wir an Kapitän und Crew hatten, konnten wir uns ganz auf das faszinierende Schauspiel der Natur konzentrieren. Zusätzlich blieb das Wetter auch stabil, so dass wir auch weiterhin mit Sonnenschein verwöhnt wurden.

#43

Wiederum gab es eine Vielzahl an Eisskulpturen zu entdecken, doch diesmal stand keine Zodiactour auf dem Zettel, sondern eine kleine Wanderung, zu der ich später kommen werde. Wir genossen zunächst den wunderbaren Ausblick auf Gletscher, Eisberge und Felswände und lauschten den Ausführungen unseres Geologen Denis. Dieser erzählte uns recht ausführlich, dass die Geologie im Mikisfjord wohl sehr ähnlich zu der sei, welche man in der, mittlerweile recht bekannten Disco-Bucht findet. Also kann man wohl auch davon ausgehen, dass die dortigen Bodenschätze analog auch im Osten Grönblands zu finden sein müssten. An anderen Stellen war dies wohl der Fall. Da der Westen Grönlands bekanntermaßen eisfreier als der Osten ist, wurden dort schon viele Explorationsexpeditionen durchgeführt, der Boden ist also schon ein gutes Stück weit erkundet. Im Osten hingegen kommt die Explorationswelle erst langsam ins Rollen, da sich die Eismassen hier sehr viel langsamer zurück ziehen, es fehlen die wärmenden Ausläufer des Golfstroms.

#44

Die schmutzig graue Eismasse rechts unten im Bild, war schließlich unser Ziel für eine kleine Wanderung. Wir wollten uns diesen Gletscher aus nächster Nähe ansehen und es bestand der Plan, über die Moräne ein Stück ins Landesinnere zu laufen und die Gegend zu erkunden, so sich denn in diesen Gefilden kein Eisbär offensichtlich herum treibt. Also wurden abermals die Zodiacs klar gemacht und wir Reisenden an Land abgesetzt. Nach anderthalb Tagen auf See eine äußerst willkommene Abwechslung. Der ein oder andere war vermutlich auch mehr als glücklich, nach dem zum Teil heftigen Seegang nach 36 Stunden wieder festen Boden unter den Füßen zu spüren.

#45

Und so sah das Fleckchen Erde dann aus, auf dem wir uns bewegten. Diese imposante Gletscherfront, die aber tatsächlich kaum mehr als sieben oder acht Meter in der Höhe maß, erklomm die Gruppe derer, die sich auf eine längere Wandertour eingestellt hatte. Wobei ich sagen muss, dass das Gefühl, welches einen beschleicht, wenn man auf diesem uralten Eis herumturnt, sich nur schwer, eigentlich gar nicht, beschreiben lässt. Nach anfänglichen Schwierigkeiten, verursacht durch die Steigung des Gletschers, lief es sich im weiteren Verlauf immer besser und auch einfacher. Insbesondere nach dem ersten Anstieg waren doch zwei oder drei Reisende kurz versucht, wieder umzudrehen und sich der anderen, entspannter wandernden Gruppe anzuschließen. Da diese jedoch schon etwas weiter entfernt war und die Gegend für ihre Eisbären recht bekannt ist, zumindest in Inuit-Kreisen… , mussten sie dieses Vorhaben abbrechen und sich den Eishang hoch quälen.

#46

Während des doch recht rasanten Anstieges, lohnte sich der Blick zurück. Die Rembrandt erneut zwischen diesen Eisbrocken liegen zu sehen, hat auch jetzt noch etwas faszinierendes für mich und zeigt auch recht eindrücklich, dass so eine Reise an Abenteuergefühl wirklich nur schwer zu überbieten ist. Und auch wenn uns unser Barkeeper/Chefsteward/Oberkellner/Hotelmanager Abend für Abend von den Vorzügen der riesigen Kreuzfahrtschiffe zu überzeugen versuchte, war unsere einhellige Meinung doch recht klar; um nichts in der Welt hätte einer von unserer kleinen “Reiseclique” tauschen mögen, um auf innenliegenden Balkonen 4000 Menschen zuzusehen, wie sie gleichzeitig zum Essen strömen, während man für das gleiche Geld solche Aussichten geboten bekommt.

#47

Und dies nun der Blick in die andere Richtung. Die Bergkuppen lassen erahnen, welche Ausmaße der Gletscher einst besaß. Denn dieses gesamte Tal muss, laut den Ausführungen unseres Geologen, von diesem Gletscher ins Gestein gefräst worden sein. Und auf diesen Eismassen, oder besser dem, was davon noch übrig blieb, liefen wir nun ganz sorglos herum und bestaunten die wunderbaren Farben, die beeindruckende Aussicht und das herrliche Wetter. Mir wurde es bei dieser Wanderung derartig warm, dass ich schier ins Schwitzen geriet… mitten auf einem Gletscher.

#48

Von folgendem Motiv habe ich ebenfalls wieder zwei Versionen, ohne sagen zu können, welche mir nun eigentlich besser gefällt. Fakt ist, der Ausblick von der Ebene des Gletschers in den Fjord war wirklich gigantisch. Wie man hier auch sieht, waren wir mittlerweile schon recht hoch hinaus gekommen, auf unserem Gletscher. Dazu kam dann noch das sehr weiche Licht des einsetzenden Sonnenuntergangs, wobei wir vom wirklichen Farbspektakel nicht viel mitbekamen, da die umliegenden hohen Berge, die Sonne verschwinden ließen und zum Abend hin auch wieder erste Wolken am Horizont aufzogen.

#49

Und hier nun wie angekündigt, die Version im Hochformat. Da ich, wie mir auffiel, nur sehr selten im Hochformat Bilder aufnehme, ist dies schon irgendwie eine besondere Aufnahme. Zumal hier Eis und Berg sehr deutlich darstellen, wie klein wir in dieser Natur wirkten, und eigentlich ja auch sind, wenn mir soviel philosophische Nebenbetrachtung an dieser Stelle gewährt sei.

#50

Ein sich durch das ins Eis grabender Schmelzwasserbach. Dieser frisst sich fast schon canyonartig ins Eis, wodurch im Prinzip eine Art Kettenreaktion in Gang gesetzt wird. Durch das fließende Wasser schmilzt das Eis wiederum etwas schneller, wodurch nun wiederum Steine und Geröll an die Oberfläche des Gletschers kommen. Diese wiederum reflektieren das Sonnenlicht nicht, wie die weiße Eisoberfläche, sondern nehmen die Wärme auf und sondern sie an die Umgebung ab. Dadurch schmilzt wiederum mehr Eis… und so geht es immer weiter. Bis schließlich vom einstmaligen Eisgiganten nicht mehr viel drüber bleibt, als ein Haufen Geröll und ein Haufen Süßwasser…

#51

Während wir also weiter übers Eis liefen, wurde allmählich deutlich, dass wir auf das Ende des Gletschers zusteuerten. Dabei kamen wir zu einem kleinen Schmelzwasserbach, der sich am Ende des Gletschers durchs Eis fräste. Den Rückweg traten wir dann nicht übers Eis an, sondern auf der Moräne, was das Laufen noch mal um einiges erschwerte. Dabei trafen wir fast zum Ende erneut auf den hier fast noch gemütlich dahin plätschernden Bach, nur dass dieser sich unter der Eisdecke zu einem donnernden Strom entwickelt hatte. Es war auf jeden Fall eine interessante Erfahrung, neben dem Eis zu stehen und dabei das Tosen des Stroms unter dem Eis zu vernehmen. Wie im Beitrag zum vorherigen Bild schon beschrieben, schadet diese Art des Schmelzwassers dem Gletscher gleich auf unterschiedliche Weise. Zum einen wirkt es als Schmiermittel für die Eismassen und zum anderen sorgt das Wasser für ein weiteres schnelleres Abtauen des Eises. Warum ich darauf hinweise, gibt es in der nächsten Aufnahme zu sehen…

#52

Dies ist der Blick am Ende des Gletschers. In der Ferne kann man sehen, erstreckt sich ein weiterer Fjord. Interessanterweise war auf der Karte, die unser Expeditionsleiter mit sich trug, welche er sich von Denis unserem Geologen ausgliehen hatte, unser Gletscher noch bis zum Wasser des in der Ferne zu erkennenden Fjords eingezeichnet. Da die Karte aus den späten 80er Jahren stammte, hat dieser Gletscher offensichtlich einen großen Teil seines Eises verloren, innerhalb von nicht mal 30 Jahren. Als wir diese Tatsache wahrnahmen, wurde nicht nur ich ganz nachdenklich. So direkt mit den Konsequenzen des sich verschiebenden Klimas konfrontiert zu werden, geht wohl an keinem gänzlich spurlos vorbei. Schön auch zu sehen, dass der Gletscher, auf dem wir uns bewegten, wohl hauptsächlich dafür verantwortlich war, dass dieses Tal überhaupt entstehen konnte. So kam zu der beinahe erschreckenden Erkenntnis auch noch ein gutes Stück Ehrfurcht hinzu, wohlwissend, dass es nicht mal 30 Jahre gedauert hat, den Giganten, der für dieses Tal verantwortlich zeichnet, fast verschwinden zu lassen.

#53

Und hier nun noch mal ein Blick auf den sich allmählich abendlich einfärbenden Himmel und Fjord. Während wir uns nun alle wieder an Bord zurück begaben, wurde uns der Plan für den nächsten Tag verkündet; es sollte zum großen Fritjof-Nansen-Fjordsystem gehen. Hierbei sei wohl auch die Chance sehr hoch, dass wir auf Eisbären treffen würden, da die Reisegruppe vor uns derer gleich 5 (!) in dortigen Gefilden entdeckte. Da wir noch ein gutes Stück Weg zurück zu legen hatten, machte sich die Crew auch direkt daran, den Anker zu lichten und das Schiffchen aus dem Fjord hinaus zu manövrieren. Doch damit nicht genug, direkt an die Rekapitulation des Tages schloss sich gleich noch ein Vortrag bzgl der Polarlichter an, da wir uns nun wohl im Gürtel befanden, in dem man recht zuverlässig dieses Naturphänomen bestaunen kann. Und tatsächlich, kaum das die Dunkelheit herein gebrochen war, erlebten wir ein Lichtspektakel am Himmel, dass ich bisher zum ersten Mal erleben durfte. Neben mir stand ein Belgier, der diese Lichter ebenfalls zum ersten Mal erblickte und wir hüpften voller Begeisterung über das Deck, wobei wir völlig vergaßen, dass wir nur einen dünnen Pullover ohne Jacke trugen. Dies fiel uns beiden dann nach guten zwei Stunden auf, als unsere Hände weitestgehend blau angelaufen waren.
Fotos von diesem Spektakel habe ich allerdings nicht, da meine Fuji max. ISO 3200 kann und damit sind auf einem schwankenden Schiff schlicht keine Polarlichterbilder möglich.

Tag 7

#54

Der nächste Morgen kündigte sich wiederum mit fabelhaftem Wetter an. Und während ich mit einigen anderen wenigen Reisenden früh morgens noch vor dem Frühstück an der Reling stand, hörten wir immer mal wieder das Blas einiger Wale. Tatsächlich wurden wir aus einiger Entfernung von einer Schule Finnwalen beobachtet, die mal steuer- mal backbord auftauchten. Allerdings derartig weit weg, dass kein brauchbares Bild gelang. Ich genoss dann auch eher das herrliche Wetter, die morgendlich gedämpfte Stimmung und das zauberhafte Schauspiel der uns begleitenden Wale. Viel besser kann so ein Tag gar nicht starten. Und das war nur ein kleiner Vorgeschmack auf die sich uns noch bietenden Ereignisse.

#55

Um die Mittagszeit liefen wir in den großen Fritjof-Nansen-Fjord ein. Dieser Fjord ist auch für ostgrönländische Verhältnisse sehr groß und wird an dessen Ende von einem wahrhaft riesigen Gletscher gespeist. Davon gibts im späteren Verlauf des Berichts auch noch ein paar Bilder. Wie man sieht, war das Wetter wirklich großartig und wurde stündlich noch besser. Nach all den grauen Tagen, war das ganze Sonnenlicht ein ausgesprochener Augenschmaus! Gleichzeitig informierte uns der Käpt’n, dass bei der Tour vor uns in einem Seitenarm des Fjords nicht weniger als fünf Eisbären gesichtet wurden. Für uns stand für den restlichen Vormittag noch eine gemächliche Tour durch das ganze Eis mit der Rembrandt an, für den Nachmittag dann ein Landgang in einem der Seitenarme.
Zur Aufnahme sei noch schnell gesagt; ich liebe Eisberge im Gegenlicht der strahlenden Sonne vor einem tiefblauen Himmel. Keine Ahnung wieso, aber für mich sind das einfach herrlich beruhigende Aufnahmen. Ich könnte da stundenlang drauf sehen.

#56

Auf diesem Bild kann man im Hintergrund schon die Gletscherfront erkennen. Der Eisberg im Vordergrund zeugt zum einen durch die blaue Färbung von einem sehr hohen Alter und zum anderen durch das ganze Erdreich davon, dass dieses Stück Eis auf der Unterseite des Gletschers entlang schabte, bis es nach oben gedrückt wurde und schließlich der ganze Brocken ins Meer kalbte. Auf dem Bild vielleicht nur zu erahnen, in der Realität machte dieser Brocken einen enormen EIndruck auf uns. Zumal die Ausmaße unter Wasser derartig waren, dass unsere Crew einen großen Bogen darum machte.

#57

Mit unserem erfahrenen Kapitän am Steuer fuhren wir bei allerbestem Wetter nun immer weiter in den riesigen Fjord hinein. Das Funkeln des Eises und das Knirschen, Knacken und Zischen der Berge schufen eine ganz eigene Soundkulisse, die an Eindrücklichkeit nur schwer zu überbieten war. Dieser Vormittag war definitiv eines der Highlights der Reise.

#58

Unter anderem trafen wir auch auf diesen sehr spannend anzusehenden Gesellen. Nicht nur die Färbung empfand ich als spannend, sondern auch die fast schon reliefartige Oberfläche.

#59

Erstaunlich war auch die fast absolute Windstille, die nach den vorangegangenen stürmischen Tagen sich fast schon irgendwie unwirklich anfühlte. Dazu die Sonne, die noch einiges an Wärme mit sich brachte, so herrschten auf dem Deck gute 15°C. Dies führte wiederum dazu, dass es einen kleinen Snack auf Deck gab, ein Glas Sekt und Schokolade. Da unser Barkeeper uns Passagiere nicht alle auf einmal bewirten konnte, ging ich ihm zur Hand, was zum einen für reichlich Gelächter sorgte und mir immerhin ein Freibier am Abend einbrachte. Ein Jobangebot bekam ich allerdings nicht, so dass ich die nächste Reise mir wieder zusammen sparen muss.

#60

Ich habe natürlich auch hier mal wieder versucht die Rembrandt mit ins Bild einzubauen, da wir uns natürlich auch an jenem Tage wieder wie Entdecker fühlten, sieht man von Sekt und Schokolade einmal ab. Der schwarze Eisbrocken, der im Bild noch zu erkennen ist, fing kurz nach der Aufnahme laut und vernehmlich an zu krachen und zu ächzen. Kurz darauf brach er unter reichlich Getöse auseinander, sorgte für etwas Wellengang und brauchte dann bestimmt eine halbe Stunde, um die Balance wieder zu finden. Absolut spektakulär dieses Schauspiel aus unmittelbarer Nähe zu bestaunen.

#61

Ein kleines Suchbild. Ganz oben im Mast hängt unser Expeditionsleiter. Er war dort oben auf Eisbärsuche, konnte aber nirgendwo den König der Arktis entdecken. Gleichzeitig nutzte unser Expeditionsleiter die Chance und schoss ein paar äußerst interessante Fotos von dort oben. Passagieren war die Kletterei allerdings nicht gestattet.

#62

Dieses Bild habe ich eigentlich nur noch mal mit in den Bericht aufgenommen, um die Ausmaße des Gletschers, der den Fritjof-Nansen-Fjord in den Fels geschliffen hat, zu zeigen. Ich meine mich zu erinnern, dass unser Guide von einer Eisfront von 5km Länge sprach.
Nach diesem wundervollen Vormittag wurde im Anschluss das Mittagessen serviert und wir steuerten in Richtung des Nebenfjords, in dem wir nach dem Essen an Land gehen wollten.

#63

Etwas Eis zum Genießen und Träumen.

#64

Erwähnte ich, dass ich Eis im Gegenlicht absolut faszinierend finde?

#65

Einfach nur Eis.

#66

Wie schon beschrieben, machten wir uns nun auf den Weg in einen Seitenfjord, um dort an Land zu gehen. Und während wir nach dem reichhaltigen Mittagessen an Deck saßen und die Sonne genossen, wurde Denis unser Geologieguide plötzlich ganz aufmerksam und kurz darauf auch etwas hektisch. Er lief zu Jordi unserem Expeditionsleiter und teilte ihm mit, dass er am Strand zwei weiß-gelbe Steine entdeckt hat, mit vier Beinen und dass sie sich bewegen. Tatsächlich, wir waren auf den König der Arktis getroffen, Eisbären! Wie man auf dem Bild oben erkennt, es waren dort direkt zwei. Vermutlich ein jüngeres Tier mit seiner Mutter.

#67

In Windeseile wurden die beiden Zodiacs klar gemacht und zu Wasser gelassen. Da die Schlauchboote krfätig genug sind auch 15 Personen auf einmal aufnehmen zu können, wurden beide Boote randvoll mit Passagieren besetzt, so dass alle gleichzeitig zu einer Zodiactour zum Bären aufbrechen konnten. Während wir uns nämlich den Bären näherten, hatte der jüngere der beiden bereits die Flucht ergriffen. Es war schon spannend zu beobachten, mit welcher Geschwindigkeit sich der Bär über den sehr gerölllastigen Hang bewegte ohne dabei in irgendeiner Form ins Rutschen zu kommen. Dabei hatten wir den Eindruck, dass der flüchtende Bär sich noch nicht mal sonderlich beeilte. Dies sorgte zumindest bei mir für einen gehörigen Schuss Respekt vor diesen Tieren.

#68

Der andere Bär ließ sich hingegen überhaupt nicht aus der Ruhe bringen. Während wir also mit unseren beiden Schlauchbooten dichter und dichter an den Strand heran fuhren, hob die Dame gelegentlich witternd den kopf, schaute uns auch mal an, zog es aber vor, in der Sonne liegen zu bleiben und die warmen Strahlen zu genießen. Wir vermuteten, dass die Bärin wohl kurz zuvor eine Robbe gefangen hatte, so dass sie uns zwar schon interessiert musterte, aber keinerlei Anstalten machte, sich für die Jagd zu rüsten. Weshalb sie allerdings nicht flüchtete, war auch unserem Expeditionsleiter ein Rätsel. Anders als auf Spitzbergen werden die Eisbären in Grönland bejagt. So gleicht ihr natürliches Verhalten bei der Witterung “Mensch” eher dem, dass das Jungtier an den Tag legte, nämlich Flucht. Wir hatten in diesem Falle jedoch wohl ziemliches Glück.

#69

Nachdem wir den zweiten Eisbären ausgiebig aus der Nähe betrachtet hatten, fuhren wir mit den Schlauchbooten noch etwas tiefer in den Fjord hinein, wobei wir dann auch noch Eisbär Nummer 3 entdeckten. Auch dieser lag schlicht faul auf seinem Stein herum und ließ sich die Sonne auf den Pelz scheinen. Zwar hob er gelegentlich mal den Kopf, schaute und schnüffelte in unsere Richtung aber viel mehr Aktivität war auch bei diesem Tier nicht zu verzeichnen. Sehr interessant auch zu erfahren, dass die Bären unsere Ankunft im Fjord schon am Vormittag gewittert haben müssten, da sie über extrem hoch entwickelte Sinnesorgane verfügen, insbesondere die Nase. Mit ihrem Geruchssinn sind Eisbären in der Lage, Robben und andere Lebewesen über Kilometer hinweg zu wittern. Vielleicht haben sie auch schon am Geruch erkannt, dass es sich bei uns um harmlose Touristen handelte und deswegen blieben zwei von drei Bären einfach an Ort und Stelle liegen. Diese Raubtiere aus nächster Nähe in freier Natur zu erleben, gehört definitiv zu einem der eindrücklichsten Momenten der ganzen Reise. Mitunter vergas ich auch zu fotografieren und starrte einfach nur auf diese wunderbaren Tiere.

#70

Nach etwa einer halben Stunde ließen wir die Tiere dann auch in Ruhe und fuhren noch ein wenig durch das ebenfalls recht ansehnliche Eisfeld. Dabei gab es dann auch diese hübsche Eishöhle zu sehen, in der das türkise Eis in der Sonne so richtig zu strahlen anfing.

#71

Die Rembrandt im Gegenlicht im Eis, ein großartiges Fotomotiv.

#72

Hier nun mein absoluter und nahezu unangefochtener Bildfavorit der Reise 2016. Es wurde sogar auf der Webseite meines Reiseanbieters veröffentlicht. Ich denke, es ist durchaus eine ganz gute Werbung für diese Art der Expeditionskreuzfahrten.

#73

Während wir nun noch ein wenig mit den Zodiacs durch die farbintensiven Eisformationen kurvten, hörten wir über Sprechfunk mit, dass die Eisbären auch unsere Crew ganz verrückt machten. So wurde die Zweite Offizierin ans Funkgerät gesetzt, um unseren Expeditionsleiter davon zu überzeugen, doch auch noch mit der Mannschaft eine kleine Runde bei den Eisbären zu drehen. Nach längerer Diskussion, unter anderem auch mit dem Kapitän, und auf das Drängen von uns Passagieren, ließ sich unser Expeditionsleiter schließlich wirklich breit schlagen. Kurz nach dem wir an Bord geklettert waren, bestieg die Mannschaft, inklusive Kapitän, das Zodiac und durfte nun ebenfalls an diesen bewegenden Eindrücken teilhaben. Falls es beruhigt, der Erste Offizier und auch zwei der Seemänner waren nicht mit an Bord, ebenso wenig unser Koch. Als schließlich auch die Crew zurückkehrte, trugen im Prinzip alle das gleiche seelige Grinsen im Gesicht und schienen mit sich und der Welt im Reinen zu sein. Wirklich beeindruckend.

#74

Man beachte bei obiger Aufnahme die drei verschiedenen Varianten des Eises: links tief türkis-blau (also sehr alt), in der Mitte weiß (also verhältnismäßig frisch) und ganz rechts ziemlich schwarz (also Eis, das entweder direkt an der Moräne entlang schabte, oder von der Unterseite des Gletschers nach oben gedrückt wurde).
Im Anschluss machten wir uns wieder auf den Weg weiter nordwärts, da es zum einen Zeit aufzuholen galt und auch die Wettervorhersagen günstig erschienen. Wir hingen noch hinter dem Tief, welches uns die ersten Tage die Reise ja sehr schwer machte und hatten bereits das nächste Tief im Nacken, welches ähnliche unwirtliche Bedingungen mit sich bringen sollte. Dementsprechend war auch ein wenig Eile geboten, so man denn auf einem Segelschiff von Eile sprechen kann.

#75

Direkt im Anschluss an die Rückkehr der Crew wurde auch sogleich der Anker gelichtet und wir begaben uns auf die Fahrt aus dem Fritjof-Nansen-Fjord hinaus, weiter in Richtung Scoresbysund, das eigentliche Ziel der Reise. Dabei genossen die meisten Passagiere die Zeit in der Sonne an Deck und nutzten noch ein wenig die Zeit, um weitere Aufnahmen von Eisbergen zu machen. Was wir zu diesem Zeitpunkt nicht wussten, je weiter wir nördlich kamen, desto weniger von diesen imposanten Gebilden würden wir sehen.
Erwähnte ich bereits, dass ich Eis im Gegenlicht mag?

#76

Und während wir so aus dem Fjord hinaus schipperten, tauchten zum einen die Sonne den Himmel in ein ansehnliches Abendlicht, später kam dann noch der Mond hinzu, was schließlich noch von einer min. dreistündigen Polarlichtshow gekrönt wurde.

#77

Dies war dann das Ergebnis mit meiner alten Fuji S5. Auf einem schwankenden Schiff für Aufnahmen von Polarlichtern schlicht ungeeignet. Dieses Bild soll auch nur als Beweis dienen, dass wir wirklich Polarlichter sahen. Wie ich weiter oben schon schrieb, dauerte die Show geschlagene drei Stunden, wobei ich dann einfach nicht mehr konnte und völlig kaputt in meine Koje kippte. Dennoch zählt dieses Himmelsspektakel zu den beeindruckendsten Ereignissen, die wir während unserer Reise alle bewundern durften. Mit dieser Lichtershow ging schließlich auch dieser enorm ereignisreiche Tag zu Ende und ich war wohl auch nicht der einzige Passagier, der völlig platt nur noch schlafen wollte. Die See hatte sich so weit auch wieder beruhigt, so dass das sanfte Schaukeln mich relativ schnell in den Schlaf wog.

Tag 8

Wie schon beschrieben, fuhren wir über Nacht, die wiederum sehr kurz war, durch die Polarlichtershow, weiter gen Norden. Ziel war diesmal die Sokongen Bay, in der wir, so es denn keinen Eisbären dort hin verschlug, am Nachmittag eine kleine Wanderung unternehmen wollten. Bei feinstem Spätsommerwetter genossen die meisten Passagiere die Fahrt an Deck und lagen faul in der Sonne und genossen das gleichmäßige Auf und Ab des schwankenden Schiffes. Ich fands wunderbar, zumal ich genau diese Momente schon im letzten Jahr so gerne mochte, einfach mit einem Kaffee an Deck sitzen, gut eingepackt und die Aussicht und die Tatsache genießen, auf einem Segelschiff am Ende der Welt durch eine der unwirtlichsten Gegenden überhaupt zu schippern. Wer braucht da schon Luxus und innenliegende Balkone..

#78

Nach dem Mittagessen wurde schließlich der Anker geworfen, unsere beiden Guides machten sich auf Erkundungstour und etwa eine Stunde später standen wir am Strand. Diese Ansammlung von Brettern hat eine interessante historische Bedeutung, da unsere Guides vermuteten, dass dies Überreste der siebten Polarexpedition Knud Rasmussens sind. Auf ihn, bzw. auf sein Schiff, geht der Name der Bucht zurück, denn mit ihr, der Sokongen, war Rasmussen 1932 in diesen Gewässern unterwegs. Ein wenig fühlten auch wir uns nun wieder wie Entdecker, da es eine überschaubare Anzahl an Menschen gewesen sein dürfte, die auf diesem, eigentlich recht schönen, Fleckchen Erde, ihre Fußspuren hinterließen. Im Anschluss an eine kleine Kurzchronologie zu Rasmussen, wurde die Gruppe wieder aufgeteilt. Der gemütlichere Teil würde eine Runde am Strand drehen, der unruhigere Teil würde versuchen auf den ein oder anderen kleinen Höhenzug zu klettern und versuchen, einen kleinen Überblick über die Bucht zu erlangen.

#79

Wie man hier sehr schön sieht, war die Bucht bewachsen und jetzt, kurz vor dem Wintereinbruch, erstrahlte der ganze Boden in wunderbaren Farben. Dazu die Stille, die sich über das Land senkte, denn hier draußen gab es zu dieser Zeit nicht mal mehr Vögel, einfach wunderbar. Wobei ich zugeben muss, dass “Stille” erst herrschte, als wir einen kleinen Hügel erklommen hatten und wir alle wieder normal und regelmäßig atmen konnten. So schön, wie diese Gewächse auch aussehen, der Boden ist dadurch sehr weich und mitunter sackte man mal eben bis zum Knie weg, was das Wandern und später klettern doch bös anstrengend machte. Es besteht aber auch die Möglichkeit, dass wir alle ein wenig außer Form geraten waren, dem leckeren Essen unseres indischen Kochs sei Dank.

#80

Dieses wundervolle grüne Gewässer ist mittlerweile tatsächlich zu einem Binnensee geworden. Eine feste Verbindung zum Meer gibt es nicht mehr. Sehr imposant sind darüber hinaus die fast senkrecht empor wachsenden Felswände, welche, wenn ich mich recht entsinne, sich auf gute 800 Meter schrauben. Wahrlich eine imposante Erscheinung, insbesondere, da uns unser Rückweg am Ufer des Sees entlangführte, so dass wir noch mal ein ganz anderes Gefühl für die Höhe der Felswände bekamen.

#81

Hier mal als kleine Überblicksaufnahme des Inneren der Sokongenbay. Die Anhöhe unter der aufblitzenden Gletscherzunge im linken Bildteil war das Ziel der längeren Wanderung, von der man einen wunderbaren Ausblick über die Bucht hatte. Der Blick ins Hinterland wurde durch die Felswände, welche in den vorherigen Aufnahmen zu sehen waren, eindrucksvoll versperrt. Aus der Entfernung kann die Schaumkämme der am Ufer brechenden Wellenkämme erkennen, was für uns Passagiere bedeutete, dass die Landung recht ruppig und auch nass werden könnte. Als kleines Anekdote am Rande sei erzählt, dass eine der mitreisenden Damen bei der eben angedeuteten herausfordernden Landung tatsächlich in den Genuss kam, die verpflichtend zu tragenden Schwimmwesten ob ihrer Funktionalität zu testen. Mit anderen Worten; sie wurde beim Aussteigen durch eine Welle vom Schlauchboot unsanft in der Kniekehle getroffen, was dazu führte, dass sie der Länge nach ins Wasser fiel. Dabei pumpte sich dann in Sekundenbruchteilen die Rettungsweste auf. Die Ärmste war ziemlich durchnässt und wurde mit dem Zodiac auch direkt zurück zum Schiff gebracht, konnte aber bereits dort schon wieder lachen. Sie blieb aber nicht die einzige Person, die sich in die Fluten stürzte. Doch dazu komme ich gleich.

#82

Hier nun der Ausblick von der Anhöhe in die Bucht hinein. Vielleicht sollte ich noch erwähnen, dass man in diesen Regionen wirklich jedes Gefühl für Entfernungen und auch Zeiten verliert, nicht nur wir Passagiere, sondern auch unser Expeditionsleiter. Unser Einstiegspunkt für die Zodiacs befand sich ganz links am äußersten Ausläufer der Bucht. Der Weg dorthin wurde beim Laufen immer länger, so dass wir allein für den Rückweg fast zwei Stunden brauchten, was ein wenig für Unmut seitens der Mannschaft sorgte, welcher allerdings nicht lange anhielt, da unser Expeditionsleiter für seine optimistischen Zeiteinschätzungen durchaus bekannt ist.
Eine weitere Anekdote sei an dieser Stelle noch kurz erzählt. Wie bereits oben beschrieben, war die Reisende nicht die einzige Person, die sich, wenngleich nicht gänzlich freiwillig, in die Fluten stürzte. Ich nutzte den immer länger werdenden Rückweg um mich ein wenig aufzuheizen und sprang dann ebenfalls ins kühle Nass. Die Temperatur betrug runde 3°C. Das dabei entstehende Bild schickte ich dann an die Leute, die bereits 2015 beim grönländischen Badegang dabei gewesen waren, sozusagen eine kleine Hommage.

#83

Zum Abschluss des Tages gab es noch einen kurzen Moment etwas Seefahrerromantik. Während der allabendlichen Besprechung des Tages und dem Ausblick auf den kommenden Tag, berichtete die Gruppe, welche “nur” am Strand entlang wanderte vom Fund einer Flaschenpost. Diese war, laut Datum des Schreibens, gute 20 Jahre unterwegs, allerdings hatte sie keine sonderlich große Entfernung zurückgelegt, denn sie war größtenteils in grönländisch verfasst, stammte also eher aus der Region. Damit endete auch dieser Tag und wir sahen uns mit der Tatsache konfrontiert, dass nun mehr lediglich zwei volle Tage übrig blieben, ehe die Zeichen auf Rückreise ystanden.

Tag 9

#84

Der Morgen des neunten Tages begann mit einer ordentlich dicken Nebelwand auf dem Meer. Dabei kamen wir sogar in den Genuss, eines sogenannten Nebelbogens. Sieht im Prinzip aus wie ein Regenbogen und ist links im Bild auch ein wenig zu erahnen. Im Anschluss fuhren wir in den Romerfjord ein, mit dem Ziel durch den Turnersund wieder ins offene Meer zu gelangen. Da den Turnersund seit den 30er Jahren niemand mehr mit größeren Schiffen befahren hat, gab es hierfür auch keinerlei aktuelle Karten. Es versprach also mal wieder etwas abenteuerlich zu werden, wobei unser Kapitän die Gelegenheit nutzen wollte, diesen Fjord ein wenig genauer zu kartieren. Modernste Navigationstechnik macht es möglich.

#85

Die Nebelschicht blieb dankenswerter Weise auch noch eine ganze Weile nach dem Frühstück zumindest teilweise hängen, so dass sich interessante Bilder boten. Später schienen die Nebelschwaden in sehr tiefhängende Wolken überzugehen, erinnerte mich zumindest ein wenig an unseren zauberhaften Abend im Uummannaqfjord 2015 mit der zweilagigen Wolkendecke.

#86

Im Hintergrund schön zu sehen, die bereits vom ersten Schnee bedeckten Gipfel. Auch wenn sich das Wetter, bis auf den Nebel, mal wieder von der besten Seite zeigte, kündigte sich im Landesinneren bereits der Winter deutlich an, kaum zu glauben, dass nach uns noch zwei weitere Touren, allerdings beschränkt auf den Scoresbysund, mit der Rembrandt im Osten Grönlands Segel setzen wollten.
Dem herrlichen Wetter war es zu verdanken, dass es kaum einen der Passagiere unter Deck hielt, denn der Ausblick und auch die reichliche Prise Abenteuer, die in der Luft lagen, lockten auch die kälteempfindlichsten Reisenden an die frische Luft.

#87

So sah nun die Aussicht auf den Turner-Sund aus. Gar nicht so einfach, die Einfahrt zu finden, da sich der Nebel zwischen den Bergen auch wirklich hartnäckig hielt. Schlussendlich fand unser Kapitän dann aber die richtige Einfahrt und wir pirschten uns mit äußerster Vorsicht durch weitestgehend unbekanntes Terrain. Dazu blieb das Wetter herrlich, so dass es, bis auf das leckere Mittagessen, eigentlich auch keinen Grund gab, sich unter Deck zu begeben.

#88

Dies war der Ausblick auf der Backbordseite, als wir tiefer in den Turner-Sund hinein fuhren. Wie man sieht, hatte sich der Nebel schon etwas gelichtet und ging dafür nun in eine sehr tief hängende Wolkenschicht über, die immer wieder zu versuchen schien, sich weiter durch den Sund zu schlängeln. Klingt vielleicht wenig spannend, aber das ständige Hin und Her wogen der Wolkenfetzen, die auf diesem Bild, und einem späteren, zu sehen sind, fand ich persönlich hoch spannend. Es war fast, als könnte man den Naturgewalten bei ihrem stetigen Spiel zusehen.
Oben auf dem Berggipfel ist auch wiederum ganz gut zu sehen, dass der erste Schnee bereits gefallen war. Der Berg maß, wenn ich mich recht entsinne, etwa 650 Meter. Mein Vorschlag, dort mal nach dem Mittagessen hinauf zu krabbeln, wurde allerdings, aus mir nicht wirklich plausiblen Gründen, abgelehnt.

#89

Im Vordergrund ist eine Landzunge zu sehen, die es auch auf den ältesten Seekarten (aus den 30er Jahren) wohl noch gar nicht gab. Während unser Kapitän also mit höchster Vorsicht versuchte dem Sund weiter zu folgen, meldete sich das “Voraus-Sonar” plötzlich mit immer niedrigeren Wasserständen. Als nur noch 2 Meter Wasser unter dem Kiel übrig blieben, musste unser Vorhaben schließlich abgebrochen werden. Die Gefahr, auf eine Untiefe aufzufahren und, in dieser wirklich verlassenen Gegend das Schiff auf Grund zu setzen, war dann doch wesentlich größer, zumal auch zu erwarten wäre, dass der Sund für die Rembrandt mittlerweile gar nicht mehr zu befahren ist. Weshalb das Wasser dort so flach geworden ist, kann laut unserem Geologen Denis mehrere Ursachen haben. VOn Erdrutschen, die durch die Schneeschmelze ausgelöst wurden, bis hin zur langsamen aber stetigen Landhebung Grönlands durch den Verlust des Eispanzers, ist wohl so ziemlich alles möglich.
Wie dem auch sei, uns bot sich nun schlussendlich, nach dem reichhaltigen Mittagessen, die Gelegenheit eines weiteren Landganges. Dort, wo auf dem Bild der Nebel so herrlich durch die Sonne angestrahlt wird, würde die Landung stattfinden und sich eine ordentliche Wanderung anschließen.

#90

Noch mal ein Blick in den Fjord hinein, mit der wunderschönen und faszinierenden Nebelbank über dem Wasser.

#91

Dies ist der Küstenstreifen, an den wir an Land gingen. Was wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht wussten, es sollte auch der letzte Ausflug in der grönländischen Natur für diese Reise sein. Der Ausflug hatte es aber wirklich in sich. Wir teilten auch hier wieder unsere Schar in zwei kleinere Gruppen, wobei ich mich mal wieder der Wanderung an schloss, die etwas höher hinaus wollte. Doch davon an späterer Stelle mehr.

#92

Wie man sieht, führte uns unser Expeditionsleiter zunächst mal direkt einen steilen Hang empor. Das eigentliche Ziel war ein kleiner Flusslauf, den wir schon vom Schiff aus beobachtet hatten und der sich sehr sehenswert in das Gestein geschnitten hatte. Auf der Sonnenseite des kleinen Canyons war auch wieder etwas Vegetation zu finden, die sich in Anbetracht der Jahreszeit ein farbenfrohes Herbstgewand angelegt hatte. Die andere Seite bot uns dann diesen grandiosen Ausblick auf den Turnersund.

#93

Hier nun der kleine Flusslauf, der das ursprüngliche Ziel unserer Wanderung sein sollte. Da wir aber noch jede Menge Zeit hatten, beschloss unser Expeditionsleiter, noch ein wenig höher und weiter zu klettern. Es gab da noch den ein oder anderen kleineren Kamm, welche wunderbarte Ausblicke zu garantieren schienen. Und hatten wir schließlich einen Kamm erreicht, sah man auch schon den nächsten, auf den man wohl auch noch gut rauf klettern konnte. Einfach herrlich durch diese rauhe und weitestgehend unberührte Natur zu stapfen, keinerlei Geräusche wahrzunehmen und einfach direkt im Moment zu sein. Auf einer der zahlreichen Anhöhen, die wir erklommen, legten wir auch eine kleine Pause ein, wo ich die Gelegenheit nutzte, mich etwas weiter abseits zu postieren, um die herrliche Ruhe und den Ausblick zu genießen. Dabei hätte nicht viel gefehlt und ich hätte in meiner Tagträumerei fast noch den Anschluss verloren… und wir befinden uns noch immer im Eisbärengebiet.

#94

Dies ist der Blick von der Anhöhe, als wir den ersten kleinen Zwischenstopp machen mussten, da sich unsere Gruppe zu sehr über die Landfschaft verteilte. Und dies ist auch die Stelle, an der ich fast den Anschluss verpasst hätte. Auf dem Bild sieht man sehr schon den Turnersund, durch den wir bis zu unserem Ankerplatz gefahren sind.

#95

Dies ist nun der Ausblick von der für mich höchsten Stelle der Wanderung. Ein paar wagemutige, inklusive unserem Expeditionsleiter in Gummistiefeln und Schwimmweste, sind tatsächlich noch ein gutes Stück höher auf einen kleinen Gipfel geklettert. Wie man sieht, bestand dieser kleine Berg wiederum aus losem Schiefergestein, an das ich ja noch “gute” Erinnerungen vom Dundas aus dem letzten Jahr hatte, als ich meine Fingerkuppe einbüßte. Also beschloss ich mich einige Meter weiter unten hinzusetzen und die Ruhe und den wundervollen Ausblick zu genießen. Dazu dann noch das Spiel der tiefhängenden Wolken rechts im Bild… Ich fands einfach herrlich dort oben.

#96

Und hier sieht man nun auch den “Weg” unseres Abstiegs, wir folgten also dem kleinen Schmelzwasserbach, wobei der Abstieg gelegentlich auch ganz schön knifflig wurde, wiederum durch das Moränegeröll. Wie man aber auch schon sehen kann, die Natur hat zumindest stellenweise, den Boden befestigt und es sind erste Pflanzen zu verzeichnen. Es ist schon spannend, auf welch kargen Untergründen die Natur zu siedeln in der Lage ist.
Nachdem wir nun den Abstieg erfolgreich hinter uns brachten, wurden wir von den Zodiacs aufgesammelt. Dabei fiel dann einem unserer Zodiacfahrer ein merkwürdiger weiß-gelber Stein am anderen Ufer auf, der sich irgendwie auch immer mal wieder zu bewegen schien. Alle wurden schon ganz aufgeregt, bis sich schließlich heraus stellte, dass es eine ziemlich vollgefressene Robbe war, die dort am Strand ihr Verdauungsnickerchen halten wollte.

#97

Mit diesem goldenen Abendhimmel, der gleich bedeutend war mit eisigen Temperaturen, endete nun auch unser letzter voller Tag in der grönländischen WIldnis. Unsere ausgiebige Wanderung und die herrlichen Eindrücke forderten zumindest bei mir ihren Tribut. So verschwand ich dann doch recht früh in meiner Koje, natürlich auch mit einer ordentlichen Portion Melancholie, da die Reise nun unbestreitbar ihrem Ende entgegen ging. Der Plan für den nächsten Tag hielt noch einen Besuch der Siedlung Ittoqqortoormiit parat, einer der abgelegensten Orte in ganz Grönland, wobei die Insel ja nun wirklich nicht arm an abgelegenen Orten ist, aber dies ist zweifellos der abgelegenste Ort.

Tag 10

#98

So empfing uns der Morgen kurz vor Ittoqqortoormiit. Leider setzte sich die Sonne gegen die Wolkenwand nicht durch, so dass der wirklich verloren wirkende Ort durch die tristen Farben noch mal um einiges trostloser wirkte. Hinzu kam, dass an unserem Landungstag auch noch ein Begräbnis stattfand. Dies sorgte unter den Bewohnern nicht unbedingt für ausgelassene Stimmung, wenngleich der Umgang mit Tod und Trauer offenkundig ein gänzlich anderer als unserer ist. Dabei landeten an jenem Tag sogar gleich zwei Schiffe in der Siedlung, was ein ziemlich seltenes Spektakel gewesen sein dürfte. Immerhin hatte ich dort die Möglichkeit eine Anzahl an Postkarten zu kaufen und dort auch direkt noch bei der Post aufzugeben, denn am “Flughafen”, so ließ mich die ausgesprochen freundliche Dame am Postschalter wissen, gäbe es keinen Postkasten.

#99

So trostlos wie das Bild wirkte schließlich auch die gesamte Siedlung auf mich. In Ittoqqortoormiit leben etwa 400 Einwohner, wobei diese Siedlung als die am weitesten abgelegenste gilt. Nur zwei oder drei Versorgungsschiffe im Jahre sorgen für frische Waren im örtlichen Supermarkt, so dass mögliche einfallende Tourihorden sehr schnell in die Verlegenheit kommen könnten, gewisse Vorräte gänzlich aufzukaufen. Hierauf wurden wir extra noch mal von unseren Guides hingewiesen. Zwar gibt es noch einen Heliport, der aber nur sehr unregelmäßig, aufgrund des unbeständigen Wetters, angeflogen wird. Etwa 60 Meilen entfernt liegt noch ein “Flughafen” (davon wird im nächsten Beitrag die Rede sein), doch auch diese Distanz muss erstmal überwunden werden, was eigentlich nur in wichtigen Amtsangelegenheiten oder medizinischen Notfällen passiert.
Die kleine Siedlung liegt direkt am Eingang zum Scoresbysund, dem weltgrößten Fjordsystem überhaupt. Die Abgeschiedenheit führt aber auch dazu, dass sich die Einwohner der Siedlung ihre traditionellen Lebensweisen noch weitestgehend unverändert erhalten haben. Natürlich gibt es auch hier Motorboote, Schneemobile und ähnliches. Aber insbesondere Fischfang und Jagd spielen eine enorm wichtige Rolle im Leben. Zwar wurden wir auch hier Zeuge der grassierenden sozialen Probleme, dennoch wirkten die Einwohner auf ihre Art zufrieden, mit dem was sie haben, trotz der strahlenden Trostlosigkeit. Diese war aber, rückblickend betrachtet, nicht so ausgeprägt, wie es das Jahr zuvor in Qaanaaq (New Thule) spürbar wurde. Allerdings hat gerade auch diese Siedlung massiv mit dem Einwohnerschwund zu kämpfen, da insbesondere die Jugend diesen abgelegenen Ort zu verlassen sucht.
Kleine Anekdote am Rande: Es war übrigens ziemlich erstaunlich, wie mit Erreichen des weitläufigen Stadtgebietes urplötzlich fast zwei Drittel der Reisenden unter Deck verschwand und für 15-60 Minuten völlig abwesend war. Der Grund: Es gab einen ziemlich guten Handyempfang.

#100

Dieses Bild ist eher dokumentarisch, man erkennt die Küste, an der wir eigentlich unseren letzten Landgang unternehmen wollten. Also stiegen unser Expeditionsleiter und unser Geologenguide ins Zodiac und machten sich auf, eine geeignete Stelle zum Landen zu finden. In der Zeit standen wir an Bord und beobachteten das Schauspiel, was uns bei dieser Fahrt gboten wurde. Man kann es auf dem Bild nicht wirklich erkennen, aber der Seegang war für ein Schlauchboot dermaßen heftig, dass wir mitunter Sorge hatten, dass beide aus dem Zodiac fallen könnten. Nach dem eine dreiviertel Stunde währenden Ritt, kamen beide zwar wohlbehalten zurück zur Rembrandt, allerdings waren beide völlig durchnässt. Unser Expeditionsleiter zog seinen Gummistiefel aus und schüttete einen guten Liter Wasser zurück ins Meer und unser Geologenguide Denis erzählte, dass er gefühlt überall war, über, neben, vor und hinter dem Zodiac, aber nicht IM Schlauchboot. Dementsprechend fiel dann dieser Plan auch ins Wasser und es wurde der Anker gelichtet, um dichter an den Flugplatz heran zu kommen, von dem wir einen Tag später zurück fliegen würden.

#101

Ich hatte ja bereits erwähnt, dass den gesamten Tag über eine dichte Wolkendecke die Sonne aussperrte. Bis auf den Abend. Da wurden wir dann mit diesem wunderschönen Bergglühen belohnt. Ein würdiger Abschluss, wie ich finde. Gleichzeitig machte sich mit dem letzten Abend dann auch eine merkwürdig gedrückte Stimmung auf dem Schiff breit, ohne dass man es wirklich in Worte fassen könnte. Der Abschied war nah und wer kann schon ahnen, ob und wann man sich mal wieder sieht.

#102

Noch ein Bild von den glühenden Bergen, diesmal mit der Rembrandt van Rijn. Im Bild kann man die Landzunge erkennen, auf der der Flugplatz Constable Pynt liegt. Da aber unsere Crew zum ersten Mal diesen Flugplatz anfuhr, wusste keiner so richtig, wo man denn dort an Land zu gehen hatte. Dies führte dann dazu, dass uns unser Expeditionsleiter in seiner trockenen Art darüber informierte: “The Captain is scouting the airport.”, was zu reichlich Gelächter führte. Es gab zwar die Information, dass es einen Steg oder sowas geben sollte, nur war der nirgendwo zu entdecken. Schließlich kehrte der Kapitän zurück und hatte zumindest eine geeignete Landungsstelle gefunden.
Ein weiteres kleines Highlight war dann am nächsten Tag die Versorgung mit Nachschub für die Rembrandt durch die Plancius, ein weiteres Expeditionsschiff der Oceanwide Expeditions. Zum einen kannten sich die Mannschaften natürlich auch untereinander und unser Hotelmanager war tatsächlich so freundlich, an seinen Kollegen von der Plancius auszurichten, dass ein paar Reisende an Bord der Rembrandt seien, die sich über ein Wiedersehen mit dem Hotelmanager der Plancius sehr freuen würden. An Bord der Plancius war nämlich “unser” Hotelmanager aus dem letzten Jahr. Und er ließ es sich tatsächlich nicht nehmen, obwohl er extrem anfällig für die Seekrankheit ist, setzte sich in eines der Zodiacs und kam an Bord der Rembrandt. Als er uns vom letzten Jahr sah, war ihm auch klar, weshalb die Rembrandt kaum noch über Bier- und Weinreserven verfügte.
Im Anschluss an das Bunkern der Vorräte wurden wir schließlich an Land gefahren und hatten dann noch eine kleine Wanderung von etwa 2km zum Flugplatz vor uns, bei reichlich Wind und Schnee und Hagel… Als wir schließlich im Gebäude ankamen, war der Platz für uns 30 Menschen nicht ausreichend, so dass mal eben eine der Werkhallen für uns geräumt wurde. Dabei konnten wir dann auch unserem Gepäck zusehen, wie es durchleuchtet und zum Verladen bereit gemacht wurde. Das war tatsächlich ganz clever, da man sich so auch noch schnell eine trockene Hose aus seinem Gepäck fischen konnte. Dass es keine strengeren Sicherheitskontrollen gab, war auch nicht weiter schlimm, schließlich war der Flug von Oceanwide gechartert… Unser Flieger traf dann auch mit reichlicher Verspätung ein, wobei kurz nicht klar war, ob er überhaupt landen könne, denn zusätzlich zum Schnee reduzierte sich die Sichtweite sehr enorm. Nach gut zwei Stunden setzte die Maschine dann aber auf und wir konnten schließlich zurück nach Reykjavik gebracht werden. Die Gruppe nach uns hatte dann im übrigen bei ihrer Rückreise den Jackpot. An ihrem Reisedatum konnte nämlich tatsächlich kein Flieger landen, so dass sie eine weitere Nacht auf dem Schiff übernachten mussten… Hätte ich jetzt auch nicht unbedingt etwas dagegen gehabt…