Island 2017 – Tag 9

#76

Der Start in den Tag begann mit der Gewissheit, dass wir es nun geschafft hätten und nun auch keine anstrengenden Herausforderungen vor uns liegen würden, sondern wir uns nun auch Zeit beim Frühstück lassen konnten und alles,w as nun folgen würde, quasi die Kür des Urtlaubs sei. Die Pflicht erfüllten wir bereits mit der Ankunft in Þórsmörk. Dementsprechend ließen wir uns auch reichlich Zeit beim Frühstück, zumal im selben Moment auch noch die Sonne durch die Wolkendecke linste, sich aber nach einem kurzen Intermezzo wieder verabschiedete. Wir planten an diesem Tage einen weiteren Ruhetag und nahmen uns vor, die nähere Umgebung ein wenig zu erkunden. Dementsprechend folgten wir einigen ausgeschilderten Pfaden, die direkt von unserer Unterkunft in den Wald führten. Da aber pünktlich zu unserem Aufbruch sich zunächst feiner, dann weiter verstärkender Regen einsetzte, habe ich von den kleinen Runden kaum zeigenswerte Bilder. Erst als wir eine kleine Anhöhe erreichten, wobei mich die felsige Umgebung sehr stark an die sächsische Schweiz erinnerte, bot sich uns eine interessante Szenerie. Die drohenden schwarzen Wolken bekamen wir glücklicherweise nicht zu spüren, lediglich kleinere Ausläufer. Man kann im Bild sehr gut erkennen, welche Ausmaße das Flussbett der Þrönga zur Schneeschmelze annehmen kann und bekommt zumindest eine Idee, weshalb vor diesem Fluss auf dem Laugavegur gewarnt wird.

#77

Nach einer kleineren Wanderung von etwa zwei Stunden erklommen wir einen Bergrücken, von welchem wir das Flussbett der Krossa einsehen konnten und mit viel Phantasie auch eine Idee davon vermittelt bekamen, wie die Fortsetzung des Laugavegur in Richtung Skogar für uns ausgesehen hätte. Las wir die Felswand vor uns erblickten und wir uns bewusst machten, dass es dieses Hindernis von gut und gerne 800hm auf lediglich 6,5km zu überwinden galt, beschlossen wir endgültig, diesen Plan zu begraben. Zumal der Pass an jenem Tag bereits wegen schlechten Wetters geschlossen worden war.
Während wir auf dem Bergrücken noch ein wenig vor uns hin schlenderten, trafen wir erneut das Paar vom Alftavatn. Diese gaben uns den Tip, doch mal eben fix den Gipfel des Valahnukur zu erklimmen, die Aussicht von dort oben sei trotz des schlechten Wetters hervorragend. Als wir den markierten Wegverlauf erblickten, beschlossen wir direkt, es sein zu lassen…:lol:Während wir schließlich zu Mittag aßen, dachten wir über die Sinnhaftigkeit unserer Entscheidung nach, noch eine weitere Nacht in den Volcano Huts zu bleiben. Wir erwogen die Vor- und Nachteile und kamen schließlich zu dem Entschluss, schnellstmöglich unsere Sachen zu packen und einen der beiden Busse zu nutzen und ein wenig weiter die Insel zu erkunden. Nach Aussage des Angestellten am Thresen seien die Bustouren generell kein Problem und es sei auch völlig unnötig, diese im Voraus zu buchen. Also packten wir in Windeseile unsere Sachen zusammen (knapp 60 Minuten vom Entschluss unser Zelt abzubauen bis zum fertig gepackten Rucksack waren unsere absolute Bestleistung) und warteten freudig gespannt, was uns als nächstes erwarten würde auf den Bus. Als dieser in ungeahnter Geschwindigkeit auf den Platz schoß, der Pilot aus seiner Kanzel kletterte und uns nach unserer Reservierung fragte, erstarb augenblicklich jegliches Lächeln. Keine Reservierung, keine Mitfahrgelegenheit, da sich eine größere Gruppe bei ihm angemeldet habe, die Italiener/Spanier, die wir vom Alftavatn bereits kennengelernt hatten…:ugly: Schließlich bestätigte sich, dass für uns beide kein Platz mehr vorhanden sein würde, so dass wir, nach kurzer Unterbrechung zur Beruhigung, uns kurz berieten, ob wir das Zelt nun wieder aufbauen sollten. Ein Blick auf die Wettervorhersage informierte darüber, dass im Laufe der anstehenden Nacht mit “heavy rain” zu rechnen sei. Da wir uns aber in jenem Moment zumindest darüber freuten, dass das Zelt ein erstes Mal trocken verpackt werden konnte, beschlossen wir, eine der Hütten für eine letzte Übernachtung zu mieten. Auch in dem Wissen, dass uns der §*$%*&%$§ am Thresen ziemlichen Blödsinn erzählte und wir nun eine Extraportion Geld in deren Rachen schmissen. Letztlich beruhigten sich aber unsere Gemüter bei dem ein oder anderen “Frustpils” und wir bezogen unsere Hütte, mit sechs weiteren Schlafgelegenheiten auf engstem Raum, für umgerechnet etwa 80€ pro Person.:ugly: Und diesen Aufwand betrieben wir, nur um am nächsten Morgen von Vogelgezwitscher, strahlendem Sonnenschein und einzelnen Schäfchenwolken geweckt zu werden.

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